Milliardenauftrag aus Italien

Siemens rüstet Bahnangreifer für Deutschland aus 20.07.2026, 18:45 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Milliardenauftrag aus Italien: Siemens rüstet Bahnangreifer für Deutschland aus
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Siemens liefert 26 Hochgeschwindigkeitszüge

Italo bestellt bei Siemens Mobility 26 Hochgeschwindigkeitszüge im Wert von rund drei Milliarden Euro. Der Vertrag umfasst außerdem eine Option auf 14 weitere Fahrzeuge. Zum Einsatz kommt der Siemens Velaro Multi System, der eine Geschwindigkeit von bis zu 320 km/h erreicht und eng mit den ICE-3-Zügen der Deutschen Bahn verwandt ist. Produziert werden die Züge im Siemens-Werk in Krefeld.

Start auf zwei wichtigen Bahnstrecken

Ab Mitte 2028 will Italo auf den Verbindungen München-Berlin-Hamburg und München-Köln-Dortmund fahren. Nach Angaben des Unternehmens sollen dabei 18 Städte auf einem 1300 Kilometer langen Streckennetz angebunden werden. Geplant sind insgesamt 50 tägliche Verbindungen. Damit würde Italo auf einigen der wichtigsten und zugleich am stärksten ausgelasteten Fernverkehrskorridore Deutschlands antreten.

3,6 Milliarden Euro für den Markteintritt

Neben den neuen Zügen investiert Italo in Wartung, Bahnhöfe und IT-Infrastruktur. Auch die Einstellung und Ausbildung von rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist vorgesehen. Mit Siemens wurde zusätzlich ein Instandhaltungsvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen. Die Wartung soll in Dortmund erfolgen. »Wir wollen den Fahrgästen in Deutschland eine größere Auswahl, häufigere Verbindungen, faire Preise und einen hochwertigen Service bieten«, erklärte Italo-Chef Gianbattista La Rocca.

Neue Regeln erhöhen den Wettbewerbsdruck

Die Bundesnetzagentur hat den Zugang für neue Anbieter zuletzt erleichtert. Auf stark belasteten Strecken muss die Deutsche Bahn Wettbewerbern künftig mindestens ein Viertel der verfügbaren Kapazitäten überlassen. Bislang kontrolliert der bundeseigene Konzern rund 95 Prozent des deutschen Fernverkehrs. Als größerer Konkurrent ist bisher vor allem der Münchner Reiseanbieter Flix mit FlixTrain aktiv. Die Behörde erwartet durch den Wettbewerb niedrigere Ticketpreise.

Siemens-Aktie bleibt nahezu unverändert

An der Börse sorgte der Auftrag zunächst nicht für größere Kursbewegungen. Die Siemens-Aktie beendete den Xetra-Handel bei 264,80 Euro und damit 0,09 Prozent höher. Der Dax legte um 0,12 Prozent zu. Das 52-Wochen-Hoch der Siemens-Aktie liegt bei 284,65 Euro, das Tief bei 198,00 Euro. Die Streubesitz-Marktkapitalisierung beträgt 201,78 Milliarden Euro. Im Dax zählt Siemens damit neben SAP und Allianz zu den Schwergewichten.

Bn-Redaktion/ar
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