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Nvidia unter Druck

Anleger bleiben nervös 24.11.2025, 18:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nvidia unter Druck: Anleger bleiben nervös
© Bild von Mariia Shalabaieva auf Unsplash
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Microsoft 386,18 EUR +0,45 % Lang & Schwarz
NVIDIA 181,10 EUR -0,61 % Lang & Schwarz

Milliardenkooperation mit Microsoft

Einer der wichtigsten Kurstreiber bleibt der KI-Boom in den USA – und Nvidia steht im Zentrum davon. Wie Medien berichten, haben Microsoft und Nvidia kürzlich einen mehrjährigen Deal im Milliardenbereich abgeschlossen, der Nvidias KI-Cluster zu Microsofts Azure-Infrastruktur bringen soll.
Diese Kooperation festigt Nvidias Rolle als Standardlieferant im KI-Hardwaremarkt und stärkt die Pipeline für die nächsten Quartale.

Nach Unternehmensangaben wächst die Nachfrage nach Hopper- und Blackwell-Chips weiter deutlich zweistellig, wobei Datacenter-Umsätze zuletzt über 70 % des Gesamtgeschäfts ausmachten. Das ist insofern bemerkenswert, als der PC- und Gaming-Bereich kaum noch zur Kursentwicklung beiträgt.

China: Kritik, politische Spannungen und Marktverluste

Gleichzeitig rückt die China-Problematik erneut in den Fokus. Nvidia musste bestätigen, dass der Marktanteil im Reich der Mitte zuletzt um bis zu 95 % zurückgegangen ist – eine direkte Folge der US-Exportrestriktionen für High-End-KI-Chips. Analysten sehen darin eines der größten strategischen Risiken des Unternehmens.

Ein ausführlicher Report von Barron’s zeigt zudem, dass chinesische Cloud-Unternehmen zunehmend auf lokale Alternativen setzen, was Nvidias Position weiter schwächt. Das bereitet Anlegern Sorgen: Der chinesische KI-Hardwaremarkt wächst weiterhin schnell, aber Nvidia spielt dort aktuell kaum noch eine Rolle.

Burry-Vorwürfe und Analystenstimmen belasten Stimmung

Für zusätzliche Nervosität sorgte zuletzt Michael Burry, der legendäre Shortseller aus „The Big Short“. Burry stellte öffentlich die Nachhaltigkeit der Bewertungen im KI-Hype in Frage – Nvidia eingeschlossen.

Kurz darauf kam ein an Burry angelehnter Vorwurf auf Social Media auf, Nvidia betreibe irreführende Bilanzierung bei Service-Umsätzen. Nvidia reagierte ungewöhnlich deutlich:
Ein 11-seitiger Analysten-Memo wurde veröffentlicht, der die Vorwürfe Punkt für Punkt widerlegte.

Die Märkte reagierten nur leicht positiv – der Zweifel bleibt. Analysten von Morgan Stanley und Jefferies sehen zwar weiterhin starkes Wachstum, warnen aber vor höherer Volatilität.

Google dominiert die Schlagzeilen – und setzt Nvidia unter Druck

Investoren schauten diese Woche zudem genauer auf Google. Der Konzern meldete beeindruckend starke Cloud- und Gemini-Zahlen, was laut Medien einige Nvidia-Anleger verunsicherte:
Wenn große Plattformunternehmen selbst mehr eigene KI-Chips entwickeln, könnte Nvidias Abhängigkeit von wenigen Großkunden langfristig zum Risiko werden.

Trotz dieser Bedenken bleibt Nvidia im Datacenter-Segment klarer Marktführer. Die Frage ist nur, wie lange.

Community-Stimmung: Misstrauen trotz Mega-Aufträgen

Im Börsennews-Forum prallen derzeit zwei Lager besonders stark aufeinander:

Die Optimisten verweisen auf: riesige Orders von Microsoft, Meta und OpenAI, Nvidias technische Überlegenheit und die weiterhin explodierenden KI-Investitionen weltweit.
Die Skeptiker betonen dagegen: die Bewertung sei „jenseits von gut und böse“, China als Wachstumsmarkt sei praktisch weggebrochen und der Kurs reagiere trotz guter Nachrichten kaum noch.

Mehrere User schreiben, dass der Chart „ausgelutscht“ wirkt und Nvidia möglicherweise in eine längere Seitwärtsphase übergeht. Andere halten genau diese Phase für einen Einstiegspunkt.

Fazit

Nvidia befindet sich in einer paradoxen Lage: Operativ läuft es so gut wie noch nie, die Auftragsbücher sind voll, und der Konzern dominiert die KI-Welt – doch geopolitische Risiken, Bewertungszweifel und Konkurrenzdruck trüben das Sentiment. Der Kurs bei 158 EUR reflektiert genau diese Ambivalenz.

Kurzfristig bleibt Nvidia stark, langfristig wächst jedoch der Druck, das Wachstum zu diversifizieren und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden zu reduzieren.

Bn-Redaktion/pl
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