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Ölpreis bricht ein

Das bedeutet die Iran-Wende für Anleger 27.05.2026, 18:55 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ölpumpingjack vor Sonnenuntergang
© Bild von Zbynek Burival auf Unsplash.com
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Öl (WTI) 89,36 USD -4,49 % TTMzero RT (USD)
Öl (Brent) 93,12 USD -3,52 % ARIVA Indikation Rohstoffe

Hoffnung auf Öffnung der Straße von Hormus

Auslöser der Marktbewegung war ein Bericht des iranischen Staatsfernsehens über einen Entwurf für ein informelles Abkommen zwischen Washington und Teheran. Demnach könnten die USA ihre Seeblockade lockern, während der Iran zusichert, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus innerhalb eines Monats wieder auf das frühere Niveau zu bringen. Zusätzlich soll Oman gemeinsam mit dem Iran die Kontrolle des Handelsverkehrs organisieren. Gleichzeitig könnten sich US-Streitkräfte aus Teilen der Region zurückziehen.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Routen für den globalen Ölhandel. Entsprechend sensibel reagieren Rohstoffmärkte auf jede Veränderung der Lage. Noch vor wenigen Tagen hatte die Situation deutlich kritischer gewirkt, nachdem US-Angriffe im Süden des Iran neue Eskalationsängste ausgelöst hatten.

Ölpreise brechen massiv ein

Die Reaktion am Ölmarkt fiel heftig aus. Die US-Ölsorte WTI verlor zeitweise rund sechs Prozent und fiel unter 82 Euro je Barrel. Brent-Öl rutschte zwischenzeitlich auf etwa 88 Euro ab und markierte damit den niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat.

Anleger setzen darauf, dass sich die weltweiten Lieferketten für Rohöl wieder stabilisieren könnten. Gleichzeitig würde ein sinkender Ölpreis den Inflationsdruck in Europa und den USA abschwächen. Davon profitieren unter anderem Industrieunternehmen, Airlines, Chemiekonzerne und Verbraucherwerte.

Trotzdem bleiben viele Experten vorsichtig. Sultan Ahmed Al Jaber von Abu Dhabi National Oil Co. erklärte zuletzt, selbst bei einem schnellen Ende des Konflikts werde es mindestens vier Monate dauern, bis die Förderung wieder 80 Prozent des normalen Niveaus erreicht. Eine vollständige Rückkehr zur alten Produktionsmenge sei wohl erst 2027 realistisch.

US-Anleihen und Aktienmärkte profitieren

Parallel zum Rückgang der Ölpreise stiegen die Kurse von US-Staatsanleihen. Die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe fiel zeitweise auf 4,98 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als einer Woche. Anleger hoffen, dass niedrigere Energiepreise den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve verringern könnten.

Im Fokus steht nun der kommende PCE-Inflationsindex, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Ökonomen rechnen für April mit einem Anstieg auf 3,8 Prozent nach zuvor 3,5 Prozent. Das langfristige Inflationsziel der Fed liegt bei 2 Prozent.

Strategen der Bank of America sehen besonders den Bereich zwischen 74 und 92 Euro je Barrel als entscheidend für die weitere Zinspolitik der Fed. Höhere Zinsen könnten die Konjunktur erneut bremsen.

Dow Jones erreicht neues Rekordhoch

Die Entspannungssignale aus dem Nahen Osten sorgten auch an der Wall Street für neue Rekorde. Der Dow Jones stieg um 0,6 Prozent auf 50.746 Punkte. Auch der S&P 500 hielt sich nahe seines Höchststands. Dagegen kam es im Nasdaq 100 zu leichten Gewinnmitnahmen.

Besonders gefragt waren Aktien aus dem Raumfahrtsektor. Der geplante Mega-Börsengang von SpaceX sowie neue Mondpläne der Nasa sorgten bei Unternehmen wie Redwire für starke Kursgewinne. Die Aktie legte zeitweise fast sechs Prozent zu.

Belastet wurden hingegen mehrere Technologie- und Dienstleistungswerte nach enttäuschenden Geschäftsausblicken und gekappten Gewinnprognosen. Anleger setzen jetzt verstärkt auf Unternehmen, die von einer wirtschaftlichen Stabilisierung und sinkenden Energiepreisen profitieren könnten.

Bn-Redaktion/tb
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