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Rheinmetall nach dem Absturz

Die Wachstumsstory auf dem Prüfstand 07.08.2026, 12:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Helikopter und Soldaten
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F126-Programm belastet die Jahresprognose

Die Absage des Fregattenprogramms F126 hinterlässt Spuren in der Planung von Rheinmetall. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern im Bereich Naval Systems mit negativen Umsatzauswirkungen von bis zu 300 Millionen Euro. Rheinmetall senkte deshalb seine Umsatzprognose auf 13,7 Milliarden bis 14,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Unternehmen mit Erlösen von 14,0 Milliarden bis 14,5 Milliarden Euro gerechnet. An der erwarteten operativen Ergebnismarge von rund 19 Prozent hält der Konzern dagegen fest.

Ergebnis wächst deutlich schneller als der Umsatz

Operativ entwickelt sich das Geschäft weiterhin stark. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz um 39 Prozent auf 5,227 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte im gleichen Zeitraum sogar um 74 Prozent von 453 Millionen Euro auf 786 Millionen Euro zu. Besonders kräftig fiel die Entwicklung im zweiten Quartal aus. Dort erhöhte sich das operative Ergebnis um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich im ersten Halbjahr von 12,1 Prozent auf 15,0 Prozent.

Auftragsbestand steigt auf 80,5 Milliarden Euro

Auch bei den Bestellungen bleibt die Dynamik hoch. Der Rheinmetall Backlog erreichte zum 30. Juni 2026 einen Wert von 80,5 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 56,0 Milliarden Euro gewesen. Die Rheinmetall Nomination, in der klassische Auftragseingänge und neue Rahmenverträge zusammengefasst werden, stieg um 28 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Besonders die Bereiche Vehicle Systems und Air Defence verzeichneten deutliche Zuwächse bei neuen Bestellungen.

Free Cashflow fällt deutlich ins Minus

Ein Schwachpunkt bleibt jedoch die Entwicklung des operativen Free Cashflows. Dieser verschlechterte sich im ersten Halbjahr um 985 Millionen Euro auf minus 1,616 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei 631 Millionen Euro gelegen. Belastend wirkten unter anderem verschobene Anzahlungen, höhere Kundenforderungen, der Aufbau von Vorräten sowie Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten. Damit zeigen die Halbjahreszahlen trotz des hohen Wachstums auch eine deutlich schwächere Mittelzufuhr.

Rheinmetall-Aktie bleibt weit unter ihrem Hoch

An der Börse reicht das starke operative Wachstum bislang nicht aus, um die Unsicherheit vollständig zu verdrängen. Nach dem deutlichen Kursverlust am Donnerstag notierte die Rheinmetall-Aktie am Freitag um rund 1.150 Euro. Damit liegt der Kurs mehr als 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von knapp 1.990 Euro. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob Rheinmetall das hohe Wachstum und den starken Auftragsbestand nutzen kann, um die Belastungen aus dem F126-Programm und dem schwachen Free Cashflow auszugleichen.

Bn-Redaktion/tb
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