RWE holt auf

Größter Offshore-Ausbau Europas? 16.01.2026, 12:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Windpark
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6,9 GW auf einen Schlag – RWE setzt zum Ausbau an

Während der globale Offshore-Windmarkt unter Druck steht, meldet RWE einen überraschenden Erfolg: Der deutsche Energiekonzern hat sich in der jüngsten britischen Windauktion langfristige Abnahmeverträge für fünf Offshore-Projekte gesichert – mit einer Gesamtkapazität von 6,9 Gigawatt (GW). Damit könnten nahezu sieben Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir langfristige CfD-Verträge für diese Projekte sichern konnten“, erklärte RWE-CEO Markus Krebber. Für das Unternehmen bedeutet das eine Verdopplung seiner Offshore-Windpipeline – ein beachtlicher Schritt angesichts der angespannten Lage im globalen Windenergiemarkt.

Milliarden für RWE – KKR steigt bei Großprojekten ein

Parallel zur Auktion gab RWE bekannt, dass man 50 Prozent der Anteile an den Projekten Norfolk Vanguard East und West an den US-Finanzinvestor KKR veräußert habe. Branchenkreisen zufolge übernimmt KKR dabei 2,9 Milliarden Pfund an bisherigen Entwicklungskosten. Offiziell äußern sich beide Parteien nicht zu den Details.

Krebber betonte die strategische Bedeutung der Partnerschaft: „Durch die Kombination des Investitions-Know-hows von KKR bei komplexen Infrastrukturvorhaben mit unserer Offshore-Expertise können wir diese Großprojekte gemeinsam umsetzen.“

Auch bei anderen RWE-Windparks wie Dogger Bank South oder Awel y Môr sind bereits internationale Finanzpartner wie der emiratische Staatsfonds Masdar, die Stadtwerke München und Siemens beteiligt. Der Hintergrund: Die massiv gestiegenen Kosten für Offshore-Windanlagen machen eine breite Kapitalbasis notwendig, um Projekte wirtschaftlich realisieren zu können.

Globale Flaute: Offshore-Windbranche unter Druck

RWE segelt damit gegen den weltweiten Trend: Rund um den Globus geraten Offshore-Windprojekte ins Stocken. In den USA herrscht nahezu Stillstand – unter Ex-Präsident Donald Trump wurden neue Genehmigungen blockiert und sogar laufende Projekte gestoppt. Der dänische Konzern Ørsted errang nun einen juristischen Etappensieg: Der Bau seines zu 87 Prozent fertiggestellten Windparks "Revolution Wind" vor der US-Ostküste darf wieder aufgenommen werden.

Trotzdem bleibt die Stimmung in der Branche angespannt. Ein aktuelles Stimmungsbarometer der Marktforscher Windresearch und der Messe WindEnergy Hamburg zeigt: Auch in Deutschland und Europa trüben sich die Aussichten ein.

Dirk Briese, Chef von Windresearch, warnt: „Die Lage auf dem Offshore-Windmarkt ist sehr angespannt. Risiken bestehen weltweit.“ Zu den Ursachen zählen Lieferengpässe, gestiegene Kosten, hohe Zinsen und ein verschärfter Preiswettbewerb in Ausschreibungen.

Auktionen unter Druck – Politik muss nachjustieren

In vielen Ländern hat das aktuelle Auktionssystem zu einem Preisverfall geführt, der langfristige Projekte gefährdet. Unternehmen bieten aggressiv niedrig, um sich Meeresflächen zu sichern – und erkennen später, dass sich die Projekte zu den angebotenen Konditionen nicht kostendeckend umsetzen lassen. So blieb die letzte deutsche Offshore-Auktion komplett ohne Gebote, ebenso wie in Dänemark und den Niederlanden. Auch in Großbritannien gab es in der Vergangenheit ähnliche Tendenzen.

Die britische Regierung reagierte nun: Sie verlängerte die Laufzeit der garantierten Einspeisevergütung im CfD-System von 15 auf 20 Jahre und erhöhte die Zuschlagsmenge je Anbieter. Im Rahmen des CfD-Modells wird ein garantierter Strompreis festgelegt – liegt der Marktpreis darunter, gleicht der Staat die Differenz aus; liegt er darüber, führt der Betreiber den Überschuss zurück. Ein Modell, das nun wieder greift – und RWE die Möglichkeit gibt, auch in rauem Marktumfeld mutig zu investieren. Die Aktie des Konzerns reagierte positiv auf die Nachrichten und legte leicht zu.

Bn-Redaktion/aw
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