Siemens Healthineers

Aktie crasht nach Ausblick! 05.11.2025, 15:14 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Labor
© Symbolbild von Yassine Khalfalli auf Unsplash
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Siemens Healthineers 34,19 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Zahlen solide – doch das Schlussquartal enttäuscht

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat mit seinem Ausblick für das neue Geschäftsjahr die Märkte kalt erwischt. Am Mittwoch rutschte die Aktie zeitweise um zwölf Prozent ab und markierte bei 42 Euro ein neues 3-Jahrestief. Am Nachmittag notierte das Papier noch immer 8,5 Prozent im Minus bei 45,09 Euro. Neben wichtigen gleitenden Durchschnitten wurde dabei auch die charttechnisch relevante 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen.

Dabei fiel das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 (per 30. September) auf den ersten Blick ordentlich aus: Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um sieben Prozent auf 2,39 Euro, der Umsatz legte vergleichbar um 5,9 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber waren vor allem die Bildgebung sowie der Krebsspezialist Varian. Auch die Region Amerika zeigte sich robust, während China weiter mit Gegenwind kämpft – dort sanken die Erlöse.

Im Fokus der Investoren stand jedoch das verhaltene Schlussquartal: Der Umsatz verfehlte die Analystenerwartungen um rund zwei Prozent, und die Wachstumsdynamik ließ spürbar nach.

Der Ausblick sorgt für Verunsicherung

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet das Unternehmen nur mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,20 bis 2,40 Euro. Selbst im besten Fall wäre das lediglich ein marginaler Anstieg – im mittleren Szenario sogar ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 2,48 Euro gerechnet.

UBS-Analyst Graham Doyle erwartet daher eine Korrektur der Konsensschätzungen um rund sieben Prozent. Die Citigroup spricht gar von einem Abwärtspotenzial im niedrigen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die Zurückhaltung liegt vor allem an massiven Belastungen durch Handelszölle und Währungseffekte – allein die Zölle dürften rund 400 Millionen Euro betragen, doppelt so viel wie im Vorjahr.

Gegenmaßnahmen, Dividende und Siemens-Frage

Um gegenzusteuern, kündigte CEO Bernd Montag Maßnahmen an: Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen sollen die Belastungen mittelfristig auffangen. Sollte das nicht genügen, könnte auch eine Verlagerung der Produktion in die USA erfolgen. Finanzchef Jochen Schmitz erklärte, man prüfe diesen Schritt „wenn dies nötig ist und für uns sinnvoll ist“.

Beim Umsatz zeigt sich das Management optimistischer und prognostiziert für 2025/26 ein vergleichbares Wachstum von fünf bis sechs Prozent. Während das Geschäft mit Labordiagnostik stagnieren soll, erwarten die übrigen Sparten ein Plus. Doch auch hier hatten viele Marktbeobachter auf stärkere Impulse gehofft. Besonders die China-Schwäche bleibt ein offenes Thema – eine rasche Erholung sei laut Management nicht zu erwarten.

Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Mehrheitsbeteiligung des Mutterkonzerns Siemens, der 71 Prozent an Healthineers hält. Siemens hatte die Beteiligung zuletzt reduziert und prüft laut Unternehmensangaben weitere Optionen. CEO Montag betonte auf der Bilanzpressekonferenz, was nun zähle, sei vor allem eins: Klarheit. Möglicherweise liefert der anstehende Siemens-Kapitalmarkttag erste Antworten.

Analysten zwischen Skepsis und Hoffnung

Trotz des Kurssturzes bleiben einige Analysten gelassen. Julien Dormois von Jefferies sieht die Prognose als bewusst defensiv gewählt – womöglich als Basis für einen neuen, ambitionierten Mehrjahresplan, der am 17. November auf dem Investorentag vorgestellt werden soll.

Einen kleinen Lichtblick gibt es für Aktionäre dennoch: Die Dividende wird um fünf Cent auf 1,00 Euro je Aktie erhöht. Ein Zeichen der Stabilität – in einem Umfeld, das derzeit wenig Spielraum für Euphorie lässt.

Bn-Redaktion/aw
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