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Börse reagiert schockiert auf CEO-Wechsel 20.08.2025, 18:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Insider übernimmt: Michael Fiddelke steigt auf den Chefposten

Beim US-Einzelhändler Target kommt es zum Führungswechsel: Ab Februar übernimmt Michael Fiddelke, bislang Chief Operating Officer, die Rolle des CEO. Der 45-Jährige ist ein echtes Eigengewächs – bereits 2003 startete er als Praktikant bei Target, später war er Finanzchef und zuletzt COO. Er folgt auf Brian Cornell, der nach fast zehn Jahren an der Spitze in die Rolle des Executive Chair wechselt. Mit der Ernennung setzt der Konzern auf Kontinuität statt auf einen externen Neustart.

Die Börse quittierte die Nachricht jedoch mit deutlicher Skepsis. Im frühen Handel sackte die Target-Aktie um bis zu 11 Prozent ab. Investoren hatten offenbar auf frische Impulse von außen gehofft, statt auf einen internen Aufstieg.

Umsatzdruck, Margenrückgang und harte Konkurrenz

Die Ausgangslage für Fiddelke ist anspruchsvoll: Target kämpft mit schwacher Konsumstimmung und aggressivem Wettbewerb durch Walmart und Amazon. Im zweiten Quartal gingen die vergleichbaren Umsätze um 1,9 Prozent zurück, was etwas besser war als befürchtet. Doch die Profitabilität litt deutlich: Die operative Marge sank auf 5,2 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr. Gründe waren vor allem Preisnachlässe, Kosten durch stornierte Bestellungen sowie eine schwächelnde Nachfrage nach Mode und Elektronik.

Trotzdem konnte Target die Markterwartungen leicht übertreffen: Der Quartalsumsatz lag bei 25,21 Milliarden US-Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie bei 2,05 US-Dollar – beide Werte knapp oberhalb der Analystenschätzungen.

Strategie, Zölle und politische Risiken belasten

Fiddelke kündigte an, den Konzern wieder konsequent auf Wachstumskurs zu bringen. Er setzt dabei auf Trendprodukte, ein verbessertes Einkaufserlebnis und technologische Effizienzsteigerungen. Unter dem internen Projekt „Fun 101“ will Target neue Akzente im Sortiment setzen.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld herausfordernd. Neue US-Zölle unter Präsident Donald Trump treffen Target aufgrund seiner Produktstruktur stärker als manche Wettbewerber. Zudem belasten gesellschaftspolitische Debatten um Diversitätsprogramme, die zu Boykottaufrufen und Umsatzrückgängen führten.

Mit Spannung richten sich nun die Blicke auf die bevorstehenden Quartalszahlen von Walmart, die am Donnerstag erwartet werden – sie könnten als Gradmesser für die gesamte Branche dienen.

Bn-Redaktion/aw
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