Tesla

Lieferschock droht unter 350.000 Autos 27.03.2026, 11:14 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Tesla 354,18 EUR -3,33 % Lang & Schwarz

Zwischen 365.645 und unter 350.000 Fahrzeugen

In der kommenden Woche richtet sich der Blick der Börse auf Teslas Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 — und selten zuvor war die Erwartungsspanne so breit. Der offizielle Konsens, den Tesla selbst aus den Prognosen von 23 Banken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan ableitet, liegt bei 365.645 Fahrzeugen. Parallel dazu zeichnen jedoch alternative Markterwartungen ein deutlich skeptischeres Bild. Auf der Prediction-Plattform Polymarket wird die wahrscheinlichste Entwicklung aktuell mit „unter 350.000 Fahrzeugen“ beziffert — bei einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 63,5 Prozent.

Zusätzlichen Druck erzeugt eine Anpassung von UBS: Die Bank senkte ihre eigene Prognose um 18 Prozent auf rund 345.000 Einheiten und verweist auf eine nachlassende Nachfrage in mehreren Kernmärkten. Damit entsteht eine deutliche Diskrepanz zwischen klassischer Analystenschätzung und marktbasierten Erwartungen.

Wachstum relativiert: Schwache Basis verzerrt den Vergleich

Auf den ersten Blick wirkt ein erwartetes Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal solide. Doch dieser Eindruck relativiert sich bei genauerem Hinsehen. Das erste Quartal 2025 war ungewöhnlich schwach, da Tesla damals die Produktion wegen der Umstellung auf das überarbeitete Model Y deutlich gedrosselt hatte. Vor diesem Hintergrund entspricht der aktuelle Konsens lediglich einem Zuwachs von rund 29.000 Fahrzeugen gegenüber einer Phase, die das Unternehmen selbst als Übergangsquartal eingeordnet hatte.

Ein weiterer Schwachpunkt bleibt die Entwicklung der höherpreisigen Modelle. Für Model S, Model X und Cybertruck erwarten Analysten zusammen lediglich 13.946 Auslieferungen. Diese Zahl unterstreicht, dass insbesondere der Cybertruck trotz mehr als zwei Jahren Marktpräsenz bislang nicht die Rolle eines Volumenmodells einnehmen konnte.

Europa schwächelt, Energiegeschäft liefert Rekorde

Regionale Entwicklungen verstärken die Unsicherheit zusätzlich. In Europa sind Teslas Neuzulassungen im Januar 2026 um 17 Prozent gesunken, während der Gesamtmarkt für Elektrofahrzeuge gleichzeitig um 14 Prozent gewachsen ist. Wettbewerber wie BYD konnten Tesla in Europa bereits zwei Monate in Folge überholen. Beobachter führen die zunehmende Skepsis gegenüber der Marke auch auf das politische Engagement von CEO Elon Musk zurück, das offenbar auf die Wahrnehmung in Teilen der Kundschaft wirkt.

Stabiler präsentiert sich hingegen ein anderer Geschäftsbereich: Tesla Energy. Hier rechnen Analysten mit 14,4 GWh an Energiespeicher-Deployments — ein neuer Rekordwert und leicht über den 14,2 GWh des Vorquartals. Im Gegensatz zum Fahrzeuggeschäft profitiert dieses Segment von einer robusteren Nachfragebasis im Versorgungssektor, die weniger anfällig für kurzfristige Konsumtrends ist. Mit der geplanten Einführung der nächsten Megapack-Generation dürfte dieser Bereich weiter an Bedeutung gewinnen.

Verhaltener Wachstumspfad mit großer Abhängigkeit von H2

Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung bei 1.689.691 ausgelieferten Fahrzeugen, was einem Wachstum von 3,3 Prozent gegenüber 2025 entspricht. Dennoch würde Tesla damit weiterhin deutlich unter dem Rekordwert von 1,81 Millionen Einheiten aus dem Jahr 2023 bleiben. Auffällig ist zudem die Verteilung innerhalb des Jahres: Das erste Quartal würde laut Konsens lediglich 21,6 Prozent des Jahresziels ausmachen. Daraus ergibt sich eine klare Erwartungshaltung — eine deutlich stärkere zweite Jahreshälfte, deren Realisierung derzeit noch offen ist. Die offiziellen Zahlen werden am 2. April veröffentlicht.

Bn-Redaktion/aw
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