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US-Wahlfieber

DAX zögert vor der 26000 02.11.2026, 14:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

US-Wahlfieber: DAX zögert vor der 26000
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Einen Tag vor den Zwischenwahlen in den USA tritt der deutsche Aktienmarkt auf die Bremse. Der DAX notiert zuletzt bei rund 25.860 Punkten und damit nur leicht im Plus, nachdem er gegen Mittag noch über 25.900 Punkte geklettert war. Die Marke von 26.000 Punkten bleibt in Sichtweite – doch vor der Wahlnacht wagt sich kaum jemand aus der Deckung.

Demokraten greifen nach dem Repräsentantenhaus

Am Dienstag wählen die Amerikaner alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel der Senatoren neu. Prognosen sehen die Demokraten bei der Rückeroberung der ersten Kammer klar vorn, im Senat gilt das Rennen als deutlich offener. Wegen der Zeitverschiebung werden belastbare Ergebnisse erst am Mittwochmorgen deutscher Zeit erwartet. Entscheidend für die Börsen dürfte sein, wie Präsident Donald Trump auf einen Verlust seiner Mehrheit reagiert. In einer Einschätzung der Privatbank Merck Finck hieß es, er könnte das Ergebnis infrage stellen, verstärkt per Verordnung regieren oder rasch mit neuen Angriffen auf den Iran handeln.

Trump selbst hat angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs der Demokraten konsequent sein Vetorecht einzusetzen. Aus Anlegersicht klingt das wenig nach Planungssicherheit: Ein Kongress, dessen Gesetze anschließend im Weißen Haus scheitern, verspreche vor allem politischen Stillstand.

Trump: I will veto everything if democrats win in midterms - super Voraussetzungen

Ob eine solche Blockade die Kurse tatsächlich belastet, ist allerdings offen. Laut dem Vermögensverwalter HQ Trust legte der US-Index S&P 500 seit 1928 in den zwölf Monaten nach Zwischenwahlen im Schnitt um 12,4 Prozent zu; verlor der Präsident seine Mehrheit im Repräsentantenhaus, fiel das Plus sogar noch höher aus. Für die kommenden Tage hilft diese Statistik den Marktteilnehmern wenig – der Ton bleibt skeptisch.

Wahlausgang wird zur Öl-Frage

Dass die Wahl so stark auf die Stimmung drückt, hat auch mit dem Iran-Krieg zu tun. Bei der Landesbank Baden-Württemberg hieß es, ein erneuter US-Militärschlag nach den Midterms würde weiteres Öl ins Feuer gießen. Am Montag lief es zunächst in die andere Richtung: Washington signalisierte, der Diplomatie mehr Zeit zu geben. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich daraufhin um gut 5 Prozent auf rund 106,60 Dollar je Barrel, umgerechnet etwa 95 Euro – und stützte damit auch den DAX.

Unter Anlegern wird die Entspannung als Wette auf eine Einigung gelesen, deren Voraussetzungen derzeit gut erschienen. Überrascht hat dennoch, wie kräftig der Ölpreis nachgab. Eine weitere Entspannungsmeldung noch vor dem Wahltag wird für möglich gehalten. Die Stimmung schwankt damit zwischen Hoffnung auf Diplomatie und Misstrauen, wie lange sie nach der Wahl Bestand hat.

Abwarten bis zur Wahlnacht

Bevor am Dienstag gewählt wird, liefert Apple am Abend nach US-Börsenschluss als vorletzter der sogenannten Magnificent 7 seine Quartalszahlen. Der Druck auf die Tech-Werte ist hoch: Am Freitag war der Nasdaq 100 um 3,5 Prozent eingebrochen, weil die Zweifel an den milliardenschweren KI-Investitionen wuchsen. Dem DAX gelang es dank seiner geringeren Technologielastigkeit, sich davon weitgehend abzukoppeln, während der MDAX zuletzt sogar rund 1 Prozent auf gut 30.700 Punkte zulegt.

Mehrere Anleger halten sich bis zu den US-Terminen bewusst zurück und verweisen auf die geringe Bewegung im Index. Der Handel wirke hochnervös, Ausschläge nach oben würden immer wieder abverkauft. Stütze kommt zum Monatsanfang zusätzlich von den regelmäßigen Sparplänen, die den Index etwas nach oben schieben. Mit dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag folgt bereits der nächste Prüfstein. Bis dahin dürfte die 26.000er-Marke vor allem eines bleiben: ein Ziel, das am Wahlausgang hängt.

Bn-Redaktion/sb
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