VW WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Kürzel: VW6 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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In der Wirtschaftspresse und an der Börse taucht die Frage, ob die Volkswagen AG (VW) ein Übernahmekandidat sein könnte, fiktiv immer mal wieder auf – meistens dann, wenn der Aktienkurs stark schwächelt. Die kurze Antwort lautet jedoch: Nein, VW ist im klassischen Sinne praktisch unübernehmbar. Das hat vor allem drei handfeste Gründe: 1. Das „VW-Gesetz“ Die wichtigste Barriere gegen eine feindliche Übernahme ist das sogenannte VW-Gesetz (ein deutsches Bundesgesetz). Es besagt, dass kein Aktionär mehr als 20 % der Stimmrechte ausüben kann, egal wie viele Aktien er tatsächlich besitzt. Da wichtige Beschlüsse der Hauptversammlung bei VW eine Mehrheit von mehr als 80 % erfordern (statt der üblichen 75 %), hat das Land Niedersachsen mit seinem Anteil eine dauerhafte Sperrminorität. 2. Die Aktionärsstruktur (Die Blockierer) Die Stimmrechte bei VW sind fest in den Händen weniger Großaktionäre, die kein Interesse an einem Verkauf haben: Porsche Automobil Holding SE (Familien Porsche/Piëch): hält rund 53,3 % der Stimmrechte. Land Niedersachsen: hält 20 % der Stimmrechte. Katar (Qatar Holding): hält rund 17 % der Stimmrechte. Zusammen kontrollieren diese drei Parteien weit über 90 % der Stimmrechte. Ohne deren explizite Zustimmung kann niemand Volkswagen kaufen. 3. Die schiere Größe und die Mitbestimmung VW ist nicht nur ein Autobauer, sondern ein hochgradig politisches Konstrukt. Mit weltweit hunderten Arbeitsplätzen und der extrem starken Rolle des VW-Betriebsrats (unterstützt durch die IG Metall) wäre eine feindliche Übernahme, die meist auf radikale Restrukturierung abzielt, politisch und gesellschaftlich in Deutschland kaum durchsetzbar. Fazit: Auch wenn der Börsenwert von VW im Vergleich zu Tech-Konzernen oder manchen Konkurrenten niedrig erscheinen mag (was theoretisch ein Schnäppchen signalisiert), verhindern die Besitzverhältnisse und das VW-Gesetz, dass ein Investor den Konzern gegen den Willen der Haupteigentümer schlucken kann. VW selbst ist eher der Jäger (durch Allianzen oder Beteiligungen) als das Gejagte. Eine Übernahme ist nur möglich bei Existenzbedrohung. NOch schreibt VW grüne Zahlen und hat Cash reserven.
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