XIAOMI CORP. CL.B WKN: A2JNY1 ISIN: KYG9830T1067 Kürzel: 3CP Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Wenn du nicht meintest, dass TSMC Speicher herstellt, warum bringst du die Kooperation dann als Lösung für die explodierenden Kosten ins Spiel? Der extreme Kostentreiber sind aktuell die Speicherchips. Da TSMC diese nicht fertigt, hilft die Partnerschaft bei genau diesem akuten Problem überhaupt nicht. Eine theoretische Kostendegression bei Prozessoren in der Zukunft fängt die explodierten Speicherpreise von heute nicht auf. Außerdem wirfst du in deiner letzten Antwort die Sparten komplett durcheinander. Die vom CEO beklagte Verfünffachung der Speicherpreise betrifft das Smartphone-Geschäft und nicht die EVs. Im Auto spielen die Kosten für herkömmliche RAM- und Flash-Speicher im Vergleich zu Batterie, Karosserie und Leistungselektronik praktisch keine Rolle. Bei Smartphones hingegen machen diese Speicherchips einen riesigen Teil der reinen Herstellkosten aus.
Ich habe nie geschrieben, dass TSMC Speicherchips herstellt. Die Kostensteigerungen werden sicherlich komplett an die Kunden weitergegeben. Gemessen an den Gesamtkosten der Fahrzeuge wäre meine persönliche Meinung, dass es hier zu geringen Preisanpassungen kommen könnte. Earnings hin oder her. Jeder Investor kann sich ausrechnen, dass es knapp wird. Dementsprechend wird der Kurs vorher reagieren und für mich hat er das bereits getan.
TSMC stellt keinen Speicher her. Die extrem im Preis gestiegenen Speicherchips (DRAM/NAND) kauft Xiaomi bei Samsung, SK Hynix oder Micron. Eine TSMC-Kooperation bringt hier null Prozent Ersparnis. Zudem kommen die bei TSMC gefertigten, eigenen 3nm-Prozessoren (XRing) erst in künftigen Smartphone-Generationen zum Einsatz. Für das aktuelle Tagesgeschäft und die kommenden Quartalsbilanzen bringen sie noch keinerlei Kostenvorteile. Bei Xiaomis ohnehin dünnen Hardware-Margen schlagen verfünffachte Speicherpreise (seit 2023) voll ins Kontor. Selbst Xiaomi-Präsident Lu Weibing warnt offiziell vor massiven Margen-Belastungen. Es ist ein Unterschied, ob im Forum über ein verfehltes EV-Auslieferungsziel von 550.000 Einheiten spekuliert wird oder ob der CEO die Prognose bei den Earnings offiziell einkassiert. Sobald die Zielverfehlung schwarz auf weiß in der Bilanz steht, müssen institutionelle Investoren ihre Modelle anpassen. Das löst realen Verkaufsdruck aus.
Das die Auslieferungen, die sich Xiaomi selbst auferlegt hat wahrscheinlich nicht erreicht werden, ist seit längerem bekannt. Speicher bzw. Chippreise haben sich um 100 bis 150 % erhöht. In Summe sollten das allerdings überschaubare Mehrkosten sein. Unter Umständen greift hier eine Kostendegression durch die Kooperation von Xiaomi und TSMC.
Die pauschale Behauptung, dass alle Risiken 'längst eingepreist' seien, ist wohl zu einfach. Entscheidend ist doch die Frage: Was ist konkret eingepreist und was nicht? Dass Speicher teuer ist, mag bekannt sein. Aber der CEO hat jetzt von einer Verfünffachung gesprochen und davon, dass dies bis 2028 anhalten wird. Das ist eine Dimension, die vor Wochen noch niemand auf dem Schirm hatte. Und: In den letzten Quartalen konnte Xiaomi die Margen noch durch günstige Lagerbestände stützen – die sind jetzt aufgebraucht. Die volle Wucht der Speicherpreise trifft die Bilanz also erst in Q2 und Q3. Die neue Realität lässt sich auch in Zahlen fassen: Auf Basis der letzten Quartalszahlen (Non-IFRS-Nettogewinn Q1: 6,10 Mrd. RMB, annualisiert 24,40 Mrd. RMB) ergibt sich bei rund 25 Mrd. Aktien ein EPS von etwa 1,00 HKD. Beim aktuellen Kurs von etwa 26 HKD notiert Xiaomi damit bereits mit einem KGV von rund 26. Sollte Q2 – wie vom CEO angedeutet – noch schwächer ausfallen, steigt das KGV weiter an. Von einem 'günstigen' Einstieg kann bei diesen Bewertungen keine Rede sein. Hinzu kommt: Die nächsten Earnings werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das Jahresziel von 550.000 EVs kassieren. Der CEO hat bereits eingeräumt, dass die EV-Sparte negativ bleibt. Diese Zielverfehlung ist noch nicht eingepreist – sie wird erst mit den Zahlen offiziell. Ich bleibe langfristig von Xiaomi überzeugt. Aber kurzfristig sehe ich nach den nächsten Earnings erhebliches Abwärtspotenzial. Genau darauf stelle ich mich ein.
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