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Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z
4604 Begriffe
| Begriff | Thema | |
|---|---|---|
| Kommunalobligationen | Eine Schuldverschreibung, die von einer Pfandbriefbank ausgegeben wird, durch Forderungen aus Darlehen an Kommunen oder andere öffentliche Stellen gedeckt ist und der Refinanzierung solcher Kredite dient | |
| Kompensation bei Wertpapieren | Eine Verrechnung, bei der eine Bank Käufe und Verkäufe desselben Wertpapiers für verschiedene Kunden intern ausgleicht, ohne die Transaktionen über eine Börse zu leiten, und dadurch Aufträge gegenseitig aufhebt | |
| Komplexe Finanzprodukte | Ein Finanzinstrument, dessen Wertentwicklung von mehreren miteinander verknüpften Faktoren wie Derivaten, Hebelwirkungen oder bedingten Auszahlungsstrukturen abhängt und dessen genaue Risiken sowie Preisbildung für den durchschnittlichen Anleger nur schwer nachvollziehbar sind | |
| Komplexität | Ein wesentlicher Bestandteil des modernen Finanzwesens und bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen | |
| Konditionen im Bankwesen | Die vertraglich festgelegten Bedingungen, zu denen eine Bank Finanzprodukte wie Kredite, Einlagen oder Dienstleistungen anbietet und die Zinssätze, Laufzeiten, Gebühren, Tilgungsmodalitäten sowie weitere Rechte und Pflichten der Vertragsparteien regeln | |
| Konfidenzintervall (Finanzanalyse) | Ein statistischer Wertebereich, der aus Stichprobendaten berechnet wird und angibt, innerhalb welcher Grenzen ein unbekannter Populationsparameter wie ein erwarteter Ertrag, eine Volatilität oder ein Risikomaß in der Finanzanalyse mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit, meist 95 % oder 99 %, liegt | |
| Konfidenzniveau (Finanzanalyse) | Eine statistische Wahrscheinlichkeit, mit der ein geschätzter Parameter wie ein erwarteter Ertrag, eine Volatilität oder ein Risikowert in Finanzmodellen innerhalb eines berechneten Vertrauensbereichs liegt, und die meist mit 95 % oder 99 % festgelegt wird, um die Zuverlässigkeit von Prognosen oder Risikoanalysen zu quantifizieren | |
| Konjunktur | Eine zyklische Schwankung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität einer Volkswirtschaft, die sich in regelmäßigen Phasen von Aufschwung, Boom, Abschwung und Tiefpunkt äußert und den Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten sowie Größen wie Produktion, Beschäftigung und Preise beeinflusst | |
| Konjunkturdaten | Eine Sammlung von statistischen Indikatoren, die den aktuellen Zustand und die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität abbilden, darunter Größen wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote, Inflationsrate, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion | |
| Konjunkturprogramme | Ein zentrales Instrument der Wirtschaftspolitik, das Regierungen in Zeiten wirtschaftlicher Not zur Verfügung steht | |
| Konjunkturstabilisierung | Ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftspolitik, um die Wirtschaft vor den negativen Auswirkungen von Konjunkturschwankungen zu schützen und ein nachhaltiges Wachstum zu fördern | |
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| Konjunkturzyklus | Der regelmäßig wiederkehrende Zeitraum, in dem die gesamtwirtschaftliche Aktivität einer Volkswirtschaft die vier typischen Phasen von Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung und Tiefpunkt durchläuft und dabei wellenförmige Schwankungen in Produktion, Beschäftigung, Einkommen und Preisen erzeugt | |
| Konkurrenzmandat (Vermögensverwaltung) | Ein Auftrag an mehrere Institute oder Verwalter gleichzeitig, dasselbe oder vergleichbare Vermögen zu betreuen, um Leistungen, Gebühren und Ergebnisse direkt miteinander zu vergleichen und die beste Betreuung auszuwählen | |
| Konkurs | Ein gerichtliches Verfahren, bei dem ein Schuldner zahlungsunfähig ist, das gesamte Vermögen beschlagnahmt, verwertet und anteilig an die Gläubiger verteilt wird, um eine geordnete Befriedigung der Forderungen zu ermöglichen | |
| Konkursverfahren | Ein gerichtliches Verfahren zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners, bei dem das gesamte pfändbare Vermögen beschlagnahmt, verwertet und anteilig an die Gläubiger verteilt wird, um eine geordnete und gleichmäßige Befriedigung der Forderungen zu erreichen | |
| Konsensmechanismen | Eine Methode in Blockchain-Netzwerken, um Einigkeit über den Zustand der Daten zu erzielen, die Transaktionen validiert und Manipulationen verhindert, durch Algorithmen wie Proof of Work oder Proof of Stake | |
| Konsensmechanismus (Consensus Mechanism) | Ein Herzstück in jeder Blockchain und vieler dezentraler Finanzanwendungen, das Vertrauen in einem Umfeld ohne zentrale Instanz schafft, Transaktionen absichert und eine gemeinsame, unveränderliche Historie ermöglicht | |
| Konservative Anlageinstrumente | Ein Finanzprodukt, das vorrangig auf Kapitalerhalt und geringe Wertschwankungen ausgerichtet ist, typischerweise in sichere Staatsanleihen, Festgelder oder hochliquide Geldmarktpapiere investiert und damit niedrige Renditen bei minimalem Verlustrisiko anstrebt | |
| Konservative Anlagestrategie | Eine Vorgehensweise bei der Geldanlage, die vorrangig auf den Erhalt des eingesetzten Kapitals und auf geringe Schwankungen abzielt, legt den Schwerpunkt auf sichere Staatsanleihen, qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen, defensive Aktien oder breit gestreute Indexfonds und verzichtet auf spekulative Engagements | |
| Konsolidierung | Eine Phase am Markt, in der der Kurs eines Wertpapiers oder eines Index nach einer starken Auf- oder Abwärtsbewegung seitwärts verläuft, das bisherige Trendmomentum abbaut und auf eine Fortsetzung oder Umkehr wartet | |
| Konsolidierungsformation | Eine charttechnische Formation, bei der der Kurs eines Wertpapiers oder Index nach einer Trendphase seitwärts in einem klar begrenzten Bereich pendelt, das bisherige Bewegungsmomentum abbaut und auf eine Fortsetzung oder Umkehr des Trends hindeutet | |
| Konsolidierungsprogramme | Ein zentrales Instrument zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen oder zur finanziellen Gesundung von Unternehmen | |
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| Konsols (Anleihen) | Konsols sind Staatsanleihen ohne festes Rückzahlungsdatum, die dem Inhaber regelmäßige Zinszahlungen gewähren und seit dem 18. Jahrhundert als ewige Renten am Markt gehandelt werden | |
| Konsortialbank | Eine Bank, die gemeinsam mit anderen Instituten einen vorübergehenden Zusammenschluss bildet, um ein großes Kreditgeschäft, eine Emission oder eine Übernahme zu finanzieren und das Risiko auf mehrere Partner zu verteilen | |
| Konsortialführer (Lead-Manager) | Ein führendes Kreditinstitut, das ein Konsortium aus mehreren Banken koordiniert, die Bedingungen der Finanzierung aushandelt, die Dokumentation erstellt und die Platzierung oder Syndizierung eines großen Kredits oder einer Emission gegenüber dem Kunden verantwortet | |
| Konsortium | Ein zeitlich begrenzter Zusammenschluss mehrerer Banken oder Unternehmen, der gemeinsam ein großes Finanzierungsvorhaben, eine Kreditvergabe oder eine Wertpapieremission übernimmt und dabei Risiken sowie Aufgaben auf die beteiligten Partner verteilt | |
| Konsumtheorie | Eine der wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen, da erklärt, wie Individuen und Haushalte Entscheidungen über ihren Konsum treffen | |
| Kontrahent | Eine wesentliche Partei in jeder finanziellen Transaktion und Vertragspartnerschaft, sei es im Kreditwesen, im Wertpapierhandel oder in Derivategeschäften | |
| Kontrahentenrisiko | Ein wesentlicher Bestandteil des Finanzwesens, der jede Art von Transaktion betrifft, bei der eine Partei auf die Erfüllung von Verpflichtungen durch eine andere Partei angewiesen ist | |
| Kontrakt (Futures/Termingeschäfte) | Ein standardisierter Vertrag an einer regulierten Börse, der Käufer und Verkäufer verpflichtet, einen Vermögenswert oder Rohstoff zu einem vorher festgelegten Preis und an einem bestimmten zukünftigen Termin zu liefern oder abzunehmen | |
| Kontraktgröße | Die standardisierte Menge eines Basiswerts wie Rohstoffe, Wertpapiere oder Währungen, die in einem Termingeschäft pro Vertrag gehandelt und bei Fälligkeit geliefert oder abgenommen wird | |
| Kontraktlogistik | Eine Form der ausgelagerten Logistik, bei der Dienstleister mit Unternehmen langfristige Vereinbarungen abschließen, um ganzheitliche Leistungen wie Lagerhaltung, Transport, Distribution und Supply-Chain-Management zu erbringen | |
| Kontraktmonat | Der festgelegte Monat, in dem ein standardisierter Terminvertrag an der Börse ausläuft und die vereinbarte Lieferung des Basiswerts oder der finanzielle Ausgleich stattfindet | |
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| Kontraktverlängerung | Die Fortführung einer bestehenden Terminposition durch Schließen des auslaufenden Geschäfts und gleichzeitiges Eröffnen eines neuen Geschäfts mit späterem Fälligkeitstermin, um die Marktexposition ohne Unterbrechung beizubehalten | |
| Kontraktwert | Der aktuelle monetäre Gesamtwert eines standardisierten Terminvertrags, der sich aus der Multiplikation der festgelegten Kontraktgröße mit dem aktuellen Marktpreis des Basiswerts ergibt | |
| Kontrollillusion (Börse und Finanzen) | Die übertriebene Annahme von Anlegern, durch eigene Analysen, Entscheidungen oder Timing die Marktentwicklungen und Anlageergebnisse aktiv steuern zu können, obwohl Zufall und externe Faktoren eine dominierende Rolle spielen | |
| Kontrollmitteilung | Die Meldung von Banken und Finanzinstituten an die Steuerbehörden über Konten, Kapitalerträge, Zinsen oder Wertpapiergeschäfte von Kunden zur Überprüfung der steuerlichen Angaben und Sicherstellung der korrekten Besteuerung | |
| Konvergenzen | Die Annäherung von Preisen, Zinsen, Renditen oder Wirtschaftsindikatoren an einen gemeinsamen Gleichgewichtswert über verschiedene Märkte, Währungen oder Länder hinweg, erkennbar auch in der technischen Analyse durch zusammenlaufende Indikatoren | |
| Konversionsfaktor | Der rechnerische Ausgleichsfaktor bei Anleihe-Terminverträgen, mit dem der Preis unterschiedlicher lieferbarer Anleihen an eine standardisierte Referenzanleihe angepasst wird, um ihre Lieferbarkeit fair zu bewerten | |
| Konvertibilität | Die freie Möglichkeit, eine Währung ohne wesentliche Beschränkungen durch Behörden oder hohe Kosten in andere Währungen umzutauschen, was für internationale Zahlungen und Kapitalbewegungen entscheidend ist | |
| Innere Konvertibilität | Die Möglichkeit für Inländer, ihre heimische Währung innerhalb des eigenen Landes ohne wesentliche Beschränkungen in ausländische Währungen umzutauschen, vor allem für Zahlungen im laufenden Geschäftsverkehr wie Importe oder Reisen | |
| Volle Konvertibilität | Die uneingeschränkte Umtauschbarkeit einer Währung in andere Währungen für alle Transaktionen, einschließlich laufender Geschäfte und freier Kapitalbewegungen, ohne behördliche Beschränkungen, Genehmigungen oder wesentliche Kosten | |