50.000 Jobs und vier Werke auf der Kippe

VW verschärft seinen Sparkurs 04.09.2026, 11:22 Uhr Jetzt kommentieren: 0

50.000 Jobs und vier Werke auf der Kippe: VW verschärft seinen Sparkurs
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VW plant Abbau von 50.000 Stellen

Volkswagen will weltweit rund 50.000 weitere Stellen streichen, darunter auch Management-Posten. Eine genaue Verteilung auf Marken, Länder und Standorte steht bislang nicht fest. Konzernchef Oliver Blume hatte zuvor erklärt, etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs in Deutschland zu sehen. Der Personalabbau gilt nach Angaben des Unternehmens als notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen. Der Aufsichtsrat stimmte dem umfassenden Zukunftsplan 2030 einstimmig zu.

Vier deutsche Werke ohne sichere Perspektive

Besonders unsicher ist die Zukunft der Standorte Emden, Zwickau, Hannover und des Audi-Werks in Neckarsulm. In Europa besteht laut Volkswagen eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen. Für die vier Werke könne gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleistet werden. Werksschließungen sind nicht beschlossen, bleiben jedoch möglich. Bis Ende Juni 2027 sollen alternative Verwendungsmöglichkeiten und ein tragfähiges Produktionskonzept geprüft werden.

Produktion soll deutlich sinken

Der Volkswagen-Konzern soll künftig auf eine Jahresproduktion von neun Millionen Fahrzeugen ausgerichtet werden. Das wären rund eine Million Fahrzeuge weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Zusätzlich sollen die Zahl der Modelle reduziert und das Beteiligungsportfolio verschlankt werden. Im Gespräch sind zudem zeitweise Rüstungsproduktion sowie die Fertigung chinesischer VW-Modelle in Deutschland. Blume hatte Werksschließungen wiederholt als letzte Option bezeichnet.

Neun Prozent Rendite bis 2030

Finanziell setzt sich Volkswagen ambitionierte Ziele. Bis 2030 soll die operative Umsatzrendite neun Prozent erreichen. Zum Halbjahr lag der Anteil des Gewinns am Umsatz bei lediglich 3,8 Prozent. Gleichzeitig plant der Konzern für die Jahre 2027 bis 2031 Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung von 135 Milliarden Euro. Oliver Blume sprach von einer dreistelligen Milliardensumme, die in den kommenden Jahren investiert werden soll.

Experte fordert mehr als Einsparungen

Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management hält den Sparkurs allein nicht für ausreichend. „Einsparungen allein werden Volkswagen nicht retten“, erklärte er. VW müsse seine Kosten zwar „drastisch senken und das auch zügig“, vier mögliche Werksschließungen seien aus seiner Sicht jedoch übertrieben. „Zwei Standorte sollten reichen.“ Gleichzeitig fordert Bratzel stärkere Investitionen in autonomes Fahren und Robotik. Ohne einen „riesigen Mindset-Change“ werde Volkswagen kaum wieder wettbewerbsfähig werden.

Bn-Redaktion/ar
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