Absturz im Softwaresektor

SAP Aktie vor der Entscheidung 18.06.2026, 20:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

SAP Research
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Softwaresektor verliert an Vertrauen

Die SAP Aktie notierte zuletzt bei 141,18 Euro und damit 1,2 Prozent schwächer, vorbörslich wurden 140,84 Euro genannt. Am Donnerstag fiel der Kurs zeitweise auf 135,80 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2024. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf mehr als ein Drittel. Trotz der langfristigen Wachstumsstory rund um Cloud Software und Künstliche Intelligenz dominiert kurzfristig die Unsicherheit.

Oracle belastet das Chartbild

Auslöser der neuen Vorsicht waren unter anderem schwächere Oracle Zahlen. Sie nährten die Sorge, dass sich das Wachstum im Enterprise Software Markt kurzfristig abschwächen könnte. JP Morgan Analyst Toby Ogg verwies auf mögliche Herausforderungen für das kurzfristige Wachstum und bestätigte die Einstufung der SAP Aktie mit „Neutral“. Auch bei Microsoft waren zuvor ähnliche Gegenwinde im Softwaresektor erkennbar.

Accenture Schock trifft viele Aktien

Zusätzlichen Druck brachte Accenture. Die Aktie verlor nach den Quartalszahlen zeitweise rund 20 Prozent, der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Der Konzern stellte für das laufende Quartal Umsätze von umgerechnet rund 15,4 bis 15,9 Milliarden Euro in Aussicht und blieb damit unter den Erwartungen. Die Neubuchungen gingen um 2 Prozent zurück. Belastungen durch den Nahost Konflikt schmälerten die Umsätze um rund 86,6 Millionen Euro und das Neugeschäft um etwa 346,2 Millionen Euro.

KI Sorge erreicht SAP und Europa

Zwar steigerte Accenture den Quartalsumsatz auf rund 16,2 Milliarden Euro und den Gewinn je Aktie um 9 Prozent auf etwa 3,29 Euro. Dennoch rückten Investoren vor allem die schwächere Nachfrage in den Vordergrund. Neben Accenture verloren Cognizant, Infosys, Wipro, EPAM, Globant und CGI zwischen 6 und 8 Prozent. In Europa brach Capgemini zeitweise um 11 Prozent ein. Auch SAP, Sage, Temenos und Dassault Systèmes gerieten unter Druck.

135 Euro werden zur Schlüsselzone

Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 135,50 und 137,50 Euro entscheidend. Ein Bruch darunter wäre ein deutliches kurzfristiges Verkaufssignal, auch wenn unterhalb von 130 Euro die nächste starke Unterstützung liegt. Nach oben wären Kurse über 150 Euro ein erster positiver Impuls. Weitere Hürden liegen um 160 Euro sowie oberhalb von 173 Euro. Erst ein Anstieg über die breite Widerstandszone bis zur 200 Tage Linie bei 180 Euro würde das Bild deutlich aufhellen.

Bn-Redaktion/tb
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