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Milliardenauftrag entfacht neuen Höhenflug 21.07.2026, 12:06 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Flugzeug
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Milliardenauftrag sorgt für Rückenwind

Airbus gewinnt im laufenden Jahr weiter an operativer Dynamik. Während der US-Konkurrent Boeing noch immer mit den Folgen mehrerer Krisen kämpft, kann der europäische Flugzeugbauer seine Auslieferungen spürbar steigern. Airbus-Chef Guillaume Faury bestätigte am Rande der Luftfahrtmesse in Farnborough, dass der Konzern im ersten Halbjahr 2026 rund 15 Prozent mehr Flugzeuge an Kunden übergeben hat als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Damit bleibt das Jahresziel von insgesamt 870 Auslieferungen erreichbar.

Für Airbus ist diese Entwicklung besonders wichtig, weil der Konzern in den vergangenen Jahren weniger unter einer schwachen Nachfrage als vielmehr unter Engpässen in der Lieferkette litt. Vor allem fehlende oder verspätet gelieferte Triebwerke hatten die Produktion immer wieder gebremst. Inzwischen zeichnet sich bei den Zulieferern eine Entspannung ab. Davon profitiert insbesondere die A320neo-Familie, die als wichtigster Verkaufsschlager des Konzerns eine zentrale Rolle für Umsatz und Auslastung der Werke spielt.

Triebwerkslieferungen bringen die A320neo-Produktion voran

Die verbesserte Versorgung mit Triebwerken ermöglicht Airbus, die Fertigung der stark nachgefragten Mittelstreckenjets schrittweise hochzufahren. Die Produktionsrampe der A320neo-Familie kommt damit näher an das Niveau heran, das Faury bereits vor mehreren Jahren als Ziel ausgegeben hatte.

Ganz überwunden sind die operativen Herausforderungen jedoch nicht. Ursprünglich wollte Airbus schon 2025 eine monatliche Produktionsrate von 75 Flugzeugen der A320neo-Familie erreichen. Dieser Zeitplan ließ sich nicht halten. Inzwischen plant das Management für 2027 mit einer Rate von 70 bis 75 Maschinen pro Monat. Anschließend soll die Fertigung dauerhaft bei 75 Einheiten stabilisiert werden.

Die hohe Nachfrage bietet dafür eine solide Grundlage. Die Auftragsbücher für die Mittelstreckenmodelle sind bis weit in das nächste Jahrzehnt gefüllt. Besonders gefragt ist der A321neo, darunter auch die Langstreckenvariante A321XLR. Entscheidend bleibt allerdings, ob Triebwerkshersteller und weitere Zulieferer ihre Lieferzusagen dauerhaft einhalten können.

SMBC bestellt 100 Airbus-Jets in Farnborough

Zum Auftakt der Luftfahrtmesse meldete Airbus zudem einen neuen Großauftrag. Der irische Flugzeugfinanzierer SMBC Aviation Capital bestellte verbindlich 100 Maschinen aus der A320neo-Familie. Der Auftrag umfasst 65 Flugzeuge des Typs A321neo und 35 A320neo.

Angaben zum finanziellen Volumen machte Airbus nicht. Die Aktie reagierte zunächst zurückhaltend auf die Nachricht und notierte zeitweise 0,68 Prozent höher bei 193,00 Euro. Damit blieb die Kursbewegung trotz des umfangreichen Auftrags vergleichsweise moderat.

Für Airbus stärkt die Bestellung die Position im wichtigen Geschäft mit Leasinggesellschaften. Diese Unternehmen zählen zu den bedeutendsten Abnehmern großer Flugzeugpakete, da sie Maschinen an Airlines auf der ganzen Welt vermieten. Gerade in einem Markt mit langen Lieferzeiten und knappen Produktionskapazitäten spielt der Zugang zu verfügbaren Flugzeugen eine entscheidende Rolle.

Leasingfirmen setzen weiter auf Airbus und Boeing

Der SMBC-Auftrag zeigt zugleich, dass große Flugzeugfinanzierer ihre Flotten weiterhin auf mehrere Hersteller verteilen. Parallel zur Airbus-Bestellung orderte SMBC auch 100 Maschinen aus der Boeing-737-Max-Familie. Das Unternehmen setzt damit nicht ausschließlich auf einen Anbieter, sondern stellt sein Portfolio breiter auf.

Dieses Vorgehen reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Flugzeugprogrammen und Herstellern. Gleichzeitig unterstreicht es, dass Boeing trotz der anhaltenden operativen Probleme weiterhin eine wichtige Rolle im Markt für Mittelstreckenflugzeuge spielt.

Bahnbrechende neue Bestellungen blieben am ersten Messetag in Farnborough dennoch aus. Ein großer Teil der angekündigten Geschäfte basierte auf bereits bekannten Vereinbarungen oder wurde aus bestehenden Optionen und Vorverträgen weiterentwickelt. Für Airbus liegt der Fokus deshalb weniger auf zusätzlichen Bestellungen als auf der Umsetzung des bereits vorhandenen Auftragsbestands.

Die kommenden Quartalsberichte dürften zeigen, ob die stabileren Triebwerkslieferungen ausreichen, um die angehobene Produktion dauerhaft abzusichern. Das Jahresziel von 870 ausgelieferten Flugzeugen bleibt nach dem starken ersten Halbjahr in Reichweite, hängt jedoch weiterhin wesentlich von der Zuverlässigkeit der Lieferkette und dem Tempo der Fertigung ab.

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Bn-Redaktion/aw
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