Amazon Aktie

Warum die ruhige Fassade trügt 17.06.2026, 20:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Amazon Pakete
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Amazon 207,05 EUR -2,28 % Lang & Schwarz

Wachstum trotz ruhiger Aktie

Die Amazon Aktie hat zuletzt keine extreme Kursdynamik gezeigt, doch das Geschäft bleibt robust. Seit Anfang 2024 verfehlte Amazon die Analystenerwartungen nur einmal. Ende April wurden starke Quartalszahlen an der Börse lediglich mit einem Kursplus von rund einem Prozent bewertet. Dabei erzielte der Konzern in Nordamerika und im internationalen Geschäft zweistellige Umsatzsteigerungen.

AWS bleibt der Gewinnmotor

Besonders wichtig bleibt die Cloud Sparte AWS. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 32,39 Milliarden Euro. Damit entfielen rund 21 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 156,34 Milliarden Euro auf AWS. Die Nachfrage nach Cloud Diensten, Rechenleistung und KI Infrastruktur dürfte Amazon weiter stützen. Zusätzlich profitiert der Konzern von seinem Werbegeschäft, das über Sponsored Products, Display Formate und weitere Lösungen hohe Margen ermöglicht.

Cashflow trifft auf Milliardeninvestitionen

Amazon entwickelt sich zunehmend von einer reinen Wachstumsstory zu einem Cashflow Konzern. Der operative Cashflow legte um 30 Prozent zu. Der freie Cashflow sank jedoch auf 1,03 Milliarden Euro, weil der Konzern stark in Zukunftsfelder investiert. Für 2026 werden Investitionsausgaben von rund 172,3 Milliarden Euro erwartet. Partnerschaften mit NVIDIA und Anthropic sollen die Position von AWS im KI Markt stärken.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Mit einem erwarteten Kurs Gewinn Verhältnis von rund 28 ist Amazon nicht günstig. Die Bewertung wirkt aber vertretbar, wenn Umsatz und Gewinn weiter zweistellig wachsen. Der weltweite Cloud Computing Markt könnte von rund 646 Milliarden Euro auf etwa 2,06 Billionen Euro steigen. Für Künstliche Intelligenz werden bis 2033 rund 3,01 Billionen Euro erwartet. Amazon verfügt zudem über liquide Mittel von etwa 123,2 Milliarden Euro bei Verpflichtungen von rund 203,3 Milliarden Euro.

Klage erhöht den Druck

Neben Wettbewerb, Regulierung und möglichen Marktkorrekturen belastet eine Sammelklage das Bild. 329903 Verbraucher haben sich wegen Änderungen bei Amazon Prime Video angeschlossen. Die Verhandlung fand am 19. Mai 2026 statt, ein Urteil wird für den 17. Juli 2026 erwartet. Parallel läuft eine Gewinnabschöpfungsklage. Für Anleger bleibt Amazon damit ein starker, aber nicht risikoloser Technologiewert.

Bn-Redaktion/tb
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