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Übernahmekrimi um die Commerzbank eskaliert

Hat die UniCredit heimlich bereits die Macht übernommen? 17.06.2026, 13:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Symbolbild Commerzbank
© Foto von Masood Aslami: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-himmel-bewolkt-gebaude-10786462/
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Commerzbank 37,50 EUR +3,41 % Baader Bank
UniCredit 78,97 EUR +1,68 % L&S Exchange

Geheime Stimmrechts-Schwelle laut Medienberichten geknackt
Für den Paukenschlag des Tages sorgte das italienische Medium „Il Giornale d’Italia“. Demnach soll die Mailänder Großbank UniCredit den Zugriff auf die Commerzbank hinter den Kulissen weitaus strategischer ausgebaut haben, als bisher offiziell bekannt war. Der Bericht spricht davon, dass das Institut um Chef Andrea Orcel mittlerweile Zugriff auf 55,6 Prozent der Stimmrechte besitzt. In Marktkreisen kursieren sogar bereits Gerüchte, dass der tatsächliche Einfluss inklusive komplexer Derivategeschäfte die kritische Marke von 60 Prozent überschritten haben könnte. Offiziell bestätigt sind diese Zahlen auf den Kanälen der UniCredit zwar noch nicht, doch die Nachricht erwischte die Verteidiger in Frankfurt eiskalt.

Das perfide Druckmittel mit den Sonder-Derivaten
Der jüngste Sprung der Italiener basiert auf einem taktischen Meisterstreich bei der Ausgestaltung des Tauschangebots. Zum offiziellen Fristablauf am Dienstag meldete UniCredit eine direkte Annahmequote von 12,41 Prozent der Commerzbank-Aktien. Zusammen mit dem Kernbestand von 26,77 Prozent ergab dies eine offizielle Basis von knapp 40 Prozent. Insidern zufolge hat Orcel die beteiligten Partnerbanken jedoch über spezielle Derivate, die an die eingereichte Aktiengattung gekoppelt sind, praktisch dazu gezwungen, ihre Titel anzudienen. Um den Druck auf die verbleibenden Aktionäre und die Bundesregierung, die weiterhin hält, maximal hochzuhalten, wird das Tauschangebot nun voraussichtlich ab dem 20. Juni in eine gesetzliche Nachfrist verlängert.

Unverhüllte Drohung gegen die Frankfurter Führung
Mit einer Mehrheit von über 40 Prozent der Stimmrechte im Rücken benötigt die UniCredit nach eigener Lesart keine Dreiviertelmehrheit mehr, um die Kontrolle im operativen Geschäft zu übernehmen. Das Mailänder Management stellte klar, dass eine einfache Mehrheit auf der Hauptversammlung vollkommen ausreicht, um die komplette Anteilseignerseite im Aufsichtsrat neu zu besetzen. Da dieses Gremium über die Posten im Vorstand entscheidet, gilt dies als direkte, unverhüllte Drohung an die Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Sollte sich die Frankfurter Führung dem Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank weiterhin verweigern, droht dem gesamten Vorstand der sofortige Rauswurf durch die neuen Eigentümer.

Die magische Marke für die Vollkonsolidierung
Aus Sicht der Marktteilnehmer verschiebt sich die Dynamik durch die neuen Gerüchte fundamental. Sollte UniCredit die Schwelle von 51 Prozent der echten Stammaktien nachweislich überschreiten, müsste die Commerzbank voll in die Bilanz der Italiener konsolidiert werden. Die Börse preist dieses Szenario bereits ein: Seit Dienstag notiert die Commerzbank-Aktie mit einem deutlichen Aufschlag auf den rechnerischen Wert der UniCredit-Offerte. Während der deutsche Mittelstand und die Gewerkschaften Sturm gegen den drohenden Stellenabbau laufen, signalisiert das Chartbild der Aktie mit dem Sprung über die 37-Euro-Marke, dass die Anleger den Widerstand von Vorstand und Politik allmählich als wirkungslos einstufen.

Bn-Redaktion/js
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