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Amazon: Bezos verkauft Milliarden

Was steckt dahinter? 12.08.2026, 15:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Amazon: Bezos verkauft Milliarden: Was steckt dahinter?
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Bezos verkauft Milliardenpaket 

Nach einer Phase deutlicher Kursgewinne ist die Amazon-Aktie zuletzt unter Verkaufsdruck geraten. Am Dienstag ging das Papier an der US-Technologiebörse NASDAQ bei 272,27 US-Dollar aus dem Handel und verlor damit rund 2,1 Prozent. Im deutschen Handel notiert die Aktie am Mittwoch bei 235,40 Euro.

Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt die Entwicklung seit Jahresbeginn positiv. Seit Anfang des Jahres steht ein Kursplus von 19,52 Prozent zu Buche. Gleichzeitig hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vergrößert. Dieses wurde am 3. August erreicht, aktuell liegt der Kurs rund 5,46 Prozent darunter.

Bezos-Verkäufe sorgen kurzfristig für Unruhe

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielten zuletzt umfangreiche Aktienverkäufe von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Medienberichten zufolge veräußerte Bezos innerhalb der vergangenen Woche Amazon-Anteile im Wert von mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Die Transaktionen erfolgten allerdings nicht spontan, sondern auf Grundlage eines bereits vor acht Monaten festgelegten Handelsplans nach Rule 10b5-1.

In den vergangenen 90 Tagen summierten sich die gemeldeten Insiderverkäufe auf rund 77.867 Aktien mit einem Gegenwert von etwa 20,5 Millionen US-Dollar. Solche Transaktionen werden bei vorab definierten Handelsplänen häufig automatisiert ausgeführt. Dennoch können größere Verkäufe durch bekannte Unternehmensinsider kurzfristig die Wahrnehmung am Markt beeinflussen und zusätzliche Nervosität auslösen.

AWS beschleunigt - Amazon steckt 220 Milliarden Dollar in die KI-Offensive

Operativ lieferte Amazon zuletzt vor allem im Cloud-Geschäft starke Zahlen. Amazon Web Services, kurz AWS, steigerte sein Wachstum im zweiten Quartal auf 36,7 Prozent. Damit erreichte die Sparte das höchste Wachstum der vergangenen 18 Quartale.

Auch auf Konzernebene legten die Kennzahlen deutlich zu. Der Quartalsumsatz stieg um knapp 20 Prozent auf 200,61 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig entwickelte sich der Gewinn je Aktie: Mit 5,75 US-Dollar lag er deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten von 1,82 US-Dollar.

Gleichzeitig gewinnt das Geschäft rund um Künstliche Intelligenz und eigene Chips weiter an Bedeutung. Sowohl der KI-Bereich als auch das Chip-Geschäft erreichten nach den vorliegenden Angaben jeweils eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 25 Milliarden US-Dollar.

Amazon will den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur weiter beschleunigen. Für das laufende Jahr wurde die Investitionsprognose auf rund 220 Milliarden US-Dollar angehoben. CEO Andy Jassy erklärte, dass die Nachfrage nach KI-Kapazitäten das verfügbare Angebot voraussichtlich bis 2027 übersteigen werde. Seit 2022 sind die Ausgaben für KI-Infrastruktur damit um rund 500 Prozent gestiegen.

Zwischen Rekordinvestitionen und politischem Gegenwind

Neben den Geschäftszahlen rücken regulatorische Risiken stärker in den Fokus. In New York City wächst der politische Widerstand gegen das derzeitige Liefermodell von Amazon. Im Zentrum steht der geplante sogenannte Delivery Protection Act. Dieser könnte den Konzern dazu verpflichten, Fahrer künftig direkt anzustellen, anstatt weiterhin überwiegend mit Subunternehmern zu arbeiten.

Amazon geht gegen das Vorhaben vor und hat bereits mehrere Millionen US-Dollar in entsprechende Kampagnen investiert. Das Unternehmen warnt davor, dass eine Umsetzung des Gesetzes zum Verlust von 5.000 Arbeitsplätzen führen und gleichzeitig höhere Kosten für Verbraucher verursachen könnte.

Von Analystenseite bleibt die Einschätzung trotz dieser Unsicherheiten überwiegend positiv. Goldman Sachs bestätigte ein Kursziel von 375 US-Dollar. RBC Capital Markets sieht den fairen Wert bei 330 US-Dollar. Im Durchschnitt liegt das von Marktbeobachtern genannte Kursziel bei 322,56 US-Dollar. Damit wird die Amazon-Aktie im Konsens weiterhin als „Moderate Buy“ eingestuft.

Als wichtiger Faktor gilt dabei insbesondere der Auftragsbestand von AWS. Dieser ist nach Angaben des Unternehmens zuletzt signifikant gestiegen und unterstreicht die hohe Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten, während Amazon gleichzeitig mit milliardenschweren Investitionen versucht, das verfügbare Angebot deutlich auszuweiten.

Bn-Redaktion/aw
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