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TKMS-Aktie schießt 14 Prozent hoch

20,1 Milliarden Euro im Rücken – und die Community sieht noch mehr Potenzial 12.08.2026, 12:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

TKMS-Aktie schießt 14 Prozent hoch: 20,1 Milliarden Euro im Rücken – und die Community sieht noch mehr Potenzial
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TKMS 99,70 EUR +12,97 % Lang & Schwarz

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr erwartet TKMS inzwischen ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich 2 bis 5 Prozent angepeilt. Die bereinigte EBIT-Marge soll bis zu 6,5 Prozent erreichen. Damit erhöht TKMS seine Jahresprognose bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro und lag damit über den von Analysten erwarteten 101 Millionen Euro. Die Marge sank allerdings von 6,1 auf 5,8 Prozent, unter anderem aufgrund höherer Verwaltungskosten und des Hochlaufs neuer Programme.

U-Boote boomen – Kanada und Indien könnten Milliarden bringen

Besonders stark entwickelte sich das U-Bootgeschäft. Der Umsatz erreichte rund eine Milliarde Euro, während sich das bereinigte EBIT auf 46 Millionen Euro vervierfachte. Bei Atlas Elektronik legte der Umsatz um 28 Prozent zu, das bereinigte EBIT stieg um 31 Prozent.

Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand: Ende Juni standen Bestellungen im Wert von 20,1 Milliarden Euro in den Büchern. Nach Quartalsende kam der bislang größte Überwasserschiffauftrag der Unternehmensgeschichte hinzu: vier Fregatten für die Deutsche Marine mit einer Option auf vier weitere Schiffe.

Weitere Großaufträge könnten folgen. Kanada hat TKMS als bevorzugten Anbieter für ein Programm mit bis zu zwölf U-Booten ausgewählt. Ein Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. Mit Indien laufen finale Verhandlungen über sechs U-Boote sowie eine Option auf drei weitere. Aufgrund der hohen Auslastung prüft TKMS zusätzliche internationale Produktionskapazitäten, unter anderem gemeinsam mit der spanischen Werft Navantia.

Ein wichtiger Risikofaktor bleibt der freie Cashflow. Nach neun Monaten lag dieser bei minus 204 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch plus 631 Millionen Euro ausgewiesen worden waren. TKMS begründet den Rückgang mit erwarteten Auszahlungen im Zuge der Vertragserfüllung.

Auch für die Dividende ist der Cashflow entscheidend. TKMS strebt grundsätzlich an, 30 bis 50 Prozent des den Aktionären zurechenbaren Jahresüberschusses auszuschütten – allerdings nur, sofern die Dividende durch den freien Cashflow gedeckt ist. Mittelfristig peilt das Unternehmen weiterhin rund 10 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr und eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 7 Prozent an.

Börsennews-Community diskutiert Chancen – aber auch diese Risiken

Auch in der Börsennews-Community wird TKMS intensiv diskutiert. Das Stimmungsbild fällt dabei überwiegend vorsichtig optimistisch bis bullisch aus. Viele Anleger sehen das Unternehmen als möglichen langfristigen Profiteur steigender Verteidigungsausgaben und verweisen insbesondere auf die prall gefüllten Auftragsbücher sowie die langfristige Natur großer Marineprojekte.

Als Argument für weiteres Potenzial wird zudem die Eigenständigkeit von TKMS genannt. Teile der Community erwarten, dass eine stärkere Loslösung von den zyklischen und teilweise problembehafteten Geschäftsbereichen der früheren Konzernmutter eine eigenständige Bewertung des Marinegeschäfts erleichtert. Dabei werden teilweise Vergleiche mit anderen börsennotierten deutschen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk gezogen.

Die Diskussion ist jedoch keineswegs ausschließlich euphorisch. Kritische Stimmen verweisen auf den Margendruck im Schiffbau und die starke Abhängigkeit großer Rüstungsprojekte von politischen Entscheidungen, staatlichen Budgets und möglichen Verzögerungen. Gerade die Entwicklung der Profitabilität bleibt deshalb für einige Community-Mitglieder ein entscheidender Punkt.

Damit trifft der aktuelle Kurssprung auf eine Community, die erhebliche Marktchancen sieht, gleichzeitig aber die Risiken im Blick behält. Neben möglichen Großaufträgen aus Kanada und Indien dürften deshalb vor allem Margen, Cashflow und die weitere Entwicklung des 20,1 Milliarden Euro schweren Auftragsbestands im Fokus der Diskussionen bleiben.

 

Bn-Redaktion/sb
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