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Vestas mit Gewinnsprung

Jetzt steigt die Prognose 12.08.2026, 15:14 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Vestas mit Gewinnsprung: Jetzt steigt die Prognose
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Vestas Wind Systems 9,325 EUR +17,67 % Quotrix Düsseldorf

Starkes Q2 2026 und prall gefüllte Auftragsbücher

Vestas Wind Systems hat im zweiten Quartal 2026 deutlich zugelegt und seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der dänische Windkraftanlagenhersteller steigerte seinen Umsatz auf 4,723 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 26,1 Prozent. Damit beschleunigte sich die Entwicklung gegenüber dem ersten Quartal, in dem Vestas bei einem Umsatz von 3,966 Mrd. Euro noch ein Plus von 14,4 Prozent zum Vorjahr erreicht hatte.

Besonders deutlich fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis aus. Dieses erreichte im zweiten Quartal 446 Mio. Euro. Die entsprechende Marge sprang von 1,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 9,4 Prozent. Damit übertraf Vestas zugleich die Erwartungen der Analysten.

Gewinn und Cashflow legen deutlich zu

Auch unter dem Strich machte der Windkraftkonzern einen großen Schritt nach vorne. Der Nettogewinn erhöhte sich von 34 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 285 Mio. Euro. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg entsprechend von 0,03 Euro auf 0,28 Euro.

Beim Cashflow zeigte sich ebenfalls eine klare Verbesserung. Der operative Cashflow belief sich auf 419 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum 120 Mio. Euro erreicht worden waren. Der Free Cashflow drehte mit 56 Mio. Euro ins Plus. Im ersten Quartal 2026 hatte Vestas hier noch minus 480 Mio. Euro ausgewiesen, im entsprechenden Vorjahresquartal waren es minus 171 Mio. Euro gewesen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lagen zum Ende des Quartals bei 3,462 Mrd. Euro. Im Vorquartal hatte der Bestand noch 4,214 Mrd. Euro betragen.

Vestas arbeitet seit mehreren Jahren daran, seine Profitabilität zu verbessern. Zuvor hatten unter anderem stark gestiegene Kosten und Störungen in den Lieferketten infolge der Coronavirus-Pandemie das Unternehmen belastet.

Auftragseingang steigt um 67 Prozent

Neben der Ergebnisentwicklung blieb auch die Nachfrage nach Windenergieanlagen hoch. Der Wert des Auftragseingangs belief sich auf 3,4 Mrd. Euro, nach 2,2 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Bei den festen Aufträgen für Windenergieanlagen erreichte Vestas ein Volumen von 3.349 MW beziehungsweise rund 3,35 Gigawatt. Das entsprach einem Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Group President & CEO Henrik Andersen verwies auf die anhaltende Nachfrage und erklärte: „Die Nachfrage nach Windenergielösungen bleibt aufgrund des wachsenden Bedarfs an sicherer, bezahlbarer und nachhaltiger Energie hoch”.

Zum 30. Juni 2026 verfügte Vestas über einen Auftragsbestand für Windenergieanlagen von 32.557 MW beziehungsweise 36 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser bei 29.244 MW beziehungsweise 31,4 Mrd. Euro gelegen. Von den aktuellen 36 Mrd. Euro entfielen zwölf Mrd. Euro auf Offshore-Windkraftprojekte.

Gestützt wurde der Auftragseingang unter anderem durch größere Onshore-Projekte in Deutschland und den USA sowie durch Offshore-Aufträge in Großbritannien und Südkorea.

Zusätzlich verfügte Vestas über Serviceverträge mit erwarteten künftigen Vertragsumsätzen von 40,9 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor hatte dieser Wert bei 35,9 Mrd. Euro gelegen. Zusammen erreichten der Auftragsbestand für Windenergieanlagen und die Servicevereinbarungen damit 76,9 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um 9,6 Mrd. Euro.

Höhere Margenprognose und neues Aktienrückkaufprogramm

Nach dem robusten zweiten Quartal hob Vestas seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll nun zwischen sieben und neun Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Analysten gingen zuletzt im Durchschnitt von 7,2 Prozent aus.

Die Umsatzprognose blieb dagegen unverändert. Vestas erwartet für 2026 weiterhin einen Konzernumsatz einschließlich Serviceumsätzen von 20 Mrd. bis 22 Mrd. Euro.

Für das Servicegeschäft rechnet das Unternehmen im Gesamtjahr mit einem EBIT vor Sondereffekten von rund 700 Mio. Euro. Die entsprechende Marge soll zwischen 15,5 und 17,5 Prozent liegen.

Analyst Colin Moody von RBC sieht nach den Quartalszahlen für den Marktkonsens beim Gesamtjahresergebnis rund zwölf Prozent Spielraum nach oben. Gemessen an der positiven Überraschung im zweiten Quartal bezeichnete er die Anhebung der Prognose als vergleichsweise zurückhaltend. Zudem sprach Moody von einem „soliden Aktienrückkaufprogramm“. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani verwies ebenfalls auf die operative Entwicklung und betonte, dass Vestas die Erwartungen insbesondere beim operativen Ergebnis übertroffen habe.

Parallel zu den Quartalszahlen kündigte Vestas ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Der Verwaltungsrat beschloss ein Volumen von bis zu drei Mrd. Dänischen Kronen beziehungsweise rund 400 Mio. Euro.

Bn-Redaktion/aw
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