Apple testet ChatGPT

Siri bekommt neues Gehirn 02.07.2025, 11:26 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Siri vor Neuanfang: Apple plant radikale Kehrtwende bei KI-Technologie

Apples eigene KI-Modelle geraten ins Hintertreffen

Apple prüft aktuell, ob künftige Versionen des Sprachassistenten Siri mit künstlicher Intelligenz von Anthropic oder OpenAI laufen sollen. Dies würde bedeuten, dass Apples hauseigene Foundation Models für diese zentrale Anwendung vorerst nicht mehr zum Einsatz kommen. Damit würde sich der Konzern gegen seine bisherigen Pläne für 2026 wenden, in denen Siri vollständig auf eigener Technologie basieren sollte.

Testläufe mit Claude und ChatGPT laufen bereits auf Apples Infrastruktur, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Erste Ergebnisse sollen zeigen, dass die Technologie von Anthropic für Siris Anforderungen besonders vielversprechend ist. Entsprechende Gespräche mit Anthropic über die Integration des Claude-Modells laufen bereits unter Leitung von Adrian Perica, Apples Vice President of Corporate Development.

Siris Rückstand im KI-Wettlauf

Intern läuft noch ein Projekt namens „LLM Siri“, bei dem Apples eigene Modelle getestet werden. Gleichzeitig hat Siri in den vergangenen Jahren massiv an Boden gegenüber Konkurrenzprodukten wie ChatGPT oder Alexa verloren. Frühere Verbesserungspläne wurden verschoben, nachdem technische Probleme und Verzögerungen auftraten. Die für Anfang 2025 geplanten Updates sollen nun erst im Frühjahr 2026 erscheinen.

Moralische Spannungen im KI-Team

Die Diskussion um eine mögliche Abkehr von Apple-eigener Technologie hat intern für Spannungen gesorgt. Teile des 100-köpfigen Foundation Models Teams unter Leitung von Ruoming Pang sind frustriert. Einige Mitglieder sehen sich als Sündenböcke für die Schwächen der aktuellen KI-Strategie. Erste Abgänge hochqualifizierter Spezialisten wie Tom Gunter und beinahe der gesamte Abgang des MLX-Teams zeigen, wie angespannt die Lage ist.

Verlust der KI-Führung intern

Die Führungsrolle in Siri-Projekten liegt seit März bei Mike Rockwell, unterstützt von Software-Chef Craig Federighi. Zuvor verantwortete John Giannandrea, Apples Senior Vice President für KI, diese Bereiche. Er wurde jedoch in mehreren Management-Umbauten entmachtet, darunter auch beim Robotikbereich. Federighi hat inzwischen auch das Core-ML- und App-Intents-Team übernommen – Schlüsselbereiche für die KI-Integration in Apps.

Datenschutz als Trumpfkarte bei Verhandlungen

In Gesprächen mit Anthropic und OpenAI verlangt Apple, dass deren Modelle auf Apples eigener Private Cloud Compute-Infrastruktur laufen – mit Mac-Chips betriebene Server, die besonders hohen Datenschutz garantieren sollen. Eine Einigung mit Anthropic steht jedoch noch aus, da das Start-up eine multimilliardenschwere jährliche Lizenzgebühr fordert, die deutlich steigen würde.

Druck durch die Konkurrenz

Samsung setzt bei Galaxy AI auf Googles Gemini, Amazon verwendet Claude für Alexa+. Apple plant unterdessen auch eigene KI-gestützte Hardware wie einen Tischroboter und eine Brille. Zudem wurde über eine Übernahme von Perplexity nachgedacht, ebenso wie über Gespräche mit Thinking Machines Lab, dem von Mira Murati gegründeten Start-up.

Bn-Redaktion/ts
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