Atos streicht Dividenden

Kann KI den Konzern retten? 14.05.2025, 16:56 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Atos 37,20 EUR +4,06 % Lang & Schwarz

Radikale Schrumpfkur mit Milliardenvision

Atos hat auf seinem Capital Market Day einen tiefgreifenden Strategiewechsel angekündigt. Der Konzern, der seit Jahren mit strukturellen und finanziellen Problemen kämpft, will sich unter dem neuen CEO Philippe Salle grundlegend neu erfinden. Der Plan: Bis 2028 soll der Umsatz zwischen 9 und 10 Milliarden Euro erreichen – bei einer operativen Marge von etwa 10 Prozent. Das bedeutet vorerst einen harten Sparkurs: Für 2025 rechnet Atos mit einem Umsatzrückgang um rund 11 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.

Die Strategie trägt den Namen „Genesis“ und soll durch eine verschlankte Konzernstruktur, geografische Fokussierung und eine stärkere Markenstrategie unter den Labels Atos und Eviden realisiert werden. Die Verwaltungs- und Gemeinkosten sollen auf 5 Prozent des Umsatzes gesenkt werden – ein Rückgang um zwei Prozentpunkte. Dazu kommt ein Stellenabbau und eine Kürzung der variablen Ausgaben um 10 Prozent.

Künstliche Intelligenz als Rettungsanker

Ein zentrales Element der neuen Ausrichtung ist der Ausbau der Kompetenzen im Bereich Daten und Künstliche Intelligenz. Atos plant Investitionen von insgesamt 600 Millionen Euro – 500 Millionen davon fließen in Forschung und Entwicklung, weitere 100 Millionen in Start-ups. Ziel ist es, die Zahl der KI-Mitarbeiter von derzeit 2.000 auf 10.000 bis 2028 zu verfünffachen.

Jean-Pierre Rouget-Joly, CEO von Atos France, unterstreicht die Ambitionen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit diesem Plan die Wettbewerbsfähigkeit und die Rentabilität von Atos weiter verbessern und die Erwartungen unserer Kunden erfüllen werden.“

Ohne Dividende in die Zukunft – Börse reagiert geschockt

Trotz ambitionierter Pläne und frischer Visionen bleibt der finanzielle Druck gewaltig. Die Schuldenlast zwingt Atos dazu, auf Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe bis mindestens 2028 zu verzichten. Für Anleger ein bitteres Signal – entsprechend fiel die Reaktion an der Börse aus: Die Atos-Aktie verlor am Mittwoch zeitweise bis zu 11 Prozent.

Hinzu kommt die Unsicherheit über strategisch wichtige Unternehmensverkäufe. Der angestrebte Deal mit dem französischen Staat über den Bereich „Advanced Computing“ im Wert von 625 Millionen Euro ist noch nicht abgeschlossen, der Verkauf des sicherheitsrelevanten Segments „Mission Critical Systems“ ist vorerst gestoppt.

CEO Salle bleibt dennoch optimistisch: „Dank einer nun gesicherten Finanzstruktur wird unser Strategie- und Transformationsplan ‚Genesis‘ uns in die Lage versetzen, unsere Position als weltweit führender Anbieter von Spitzentechnologielösungen zu stärken.“ Ob die Märkte diesen Optimismus teilen, bleibt abzuwarten.

Bn-Redaktion/aw
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