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Barclays

Brent-Preis steigt – das steckt dahinter 04.07.2025, 14:07 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl Pumpe
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Geopolitik entspannt sich, Fundamentaldaten übernehmen

Barclays hat seine Ölpreisprognosen für die kommenden Jahre kräftig nach oben korrigiert – und das aus gutem Grund. Für das Jahr 2025 erwartet die britische Großbank nun einen durchschnittlichen Brent-Preis von 72 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg von 6 US-Dollar gegenüber der bisherigen Einschätzung entspricht. Im Jahr 2026 soll der Preis dann bei 70 US-Dollar pro Barrel liegen – ganze 10 US-Dollar mehr als zuvor prognostiziert.

Die Analysten verweisen auf eine gesunkene Risikoprämie infolge geopolitischer Entspannung im Nahen Osten: „Der von den USA vermittelte Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran hält, was die Unsicherheit reduziert hat“, heißt es in der Stellungnahme. Doch nicht nur politische Stabilität sorgt für den neuen Optimismus – entscheidend seien laut Barclays vor allem die stärker als erwarteten Fundamentaldaten des Ölmarkts.

Nachfrage trotzt Konjunktursorgen – OECD-Staaten überraschen

Trotz globaler Unsicherheiten und konjunktureller Abkühlung zeigt sich die Ölnachfrage widerstandsfähig. Barclays hebt seine Prognose für das weltweite Nachfragewachstum im laufenden Jahr um 260.000 Barrel pro Tag an. Besonders bemerkenswert: Der Großteil dieses Anstiegs entfällt auf die Länder der OECD, deren Ölverbrauch sich robuster entwickelt als zunächst angenommen.

Vor allem die USA stechen hervor: Hier rechnet Barclays mittlerweile mit einem Nachfrageplus von 130.000 Barrel pro Tag, also 100.000 Barrel mehr als zuvor erwartet. Dabei spielen auch witterungsbedingte Sondereffekte in den Wintermonaten eine Rolle, die den Energiebedarf vorübergehend nach oben getrieben haben.

OPEC+ bleibt hinter Erwartungen – Angebotsseite bleibt schwach

Während die Nachfrage überraschend stark ist, zeigt sich das Angebot weiter begrenzt. Zwar fährt die OPEC+ – zu der auch Russland gehört – ihre freiwilligen Produktionskürzungen nach und nach zurück. Doch laut Barclays hinkt der tatsächliche Produktionszuwachs den Plänen hinterher.

Zwischen März und Mai 2025 etwa wurde das offizielle Produktionsziel der OPEC+ zwar um 548.000 Barrel pro Tag erhöht, die tatsächliche Förderung blieb jedoch weitgehend stabil. Hintergrund ist, dass einige Mitgliedsstaaten gezwungen sind, frühere Überproduktionen zu kompensieren. Das Resultat: eine verbesserte Einhaltung der Förderquoten, was die Angebotslage insgesamt gedämpft hält.

Zusätzlich verweist Barclays auf ein stagnierendes Angebotswachstum außerhalb der OPEC, das ebenfalls zur Verengung der Marktbilanz beiträgt. Diese Kombination aus robuster Nachfrage und limitiertem Angebot stützt den Ölpreis derzeit stärker als es viele Marktteilnehmer erwartet hatten – auch wenn die Bank mittelfristig mit einer wirtschaftlichen Abkühlung rechnet. Kurzfristig jedoch dürften genau diese Marktkräfte den Ölpreis weiter oben halten.

Bn-Redaktion/aw
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