BASF plant Verkauf der Coatings-Sparte

Milliardendeal voraus? 07.10.2025, 13:35 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BASF plant Verkauf der Coatings-Sparte: Milliardendeal voraus?
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BASF 50,67 EUR +0,10 % Lang & Schwarz

Portfolio-Optimierung im Milliardenmaßstab

Wie mehrere Medien, darunter PE Insights und Reuters, berichten, gilt Carlyle derzeit als führender Bieter für die Übernahme der BASF Coatings Division – einem Geschäftsbereich, der Lacke und Beschichtungen für Automobil- und Industrieanwendungen produziert. Der Kaufpreis könnte laut Insidern bei rund 6 Milliarden Euro liegen.

Das Geschäft erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von knapp 3,8 Milliarden Euro und eine operative Marge von etwa 9 %. Ein Verkauf würde BASF helfen, sich stärker auf margenstärkere Kernsegmente wie Spezialchemikalien, Batteriematerialien und Agrarprodukte zu konzentrieren.

Der Schritt ist Teil des langfristigen Plans von CEO Markus Kamieth, das Unternehmen widerstandsfähiger gegen konjunkturelle Schwankungen zu machen. Das Chemiegeschäft leidet seit Jahren unter hohen Energiepreisen in Europa, einer schwachen Nachfrage in China und regulatorischem Druck in der EU. Durch gezielte Desinvestitionen soll Kapital für wachstumsorientierte Investitionen freigesetzt werden – etwa in den Bereichen nachhaltige Chemie, Wasserstofftechnologie und CO2-arme Produktion.

„Winning Ways“: Fortschritte bei Nachhaltigkeit und Struktur

Im Rahmen der Strategie „Winning Ways“ meldete BASF zuletzt Fortschritte. So konnte der CO2-Ausstoß im ersten Halbjahr 2025 um 7 % gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Das Werk in Geismar, Louisiana, das nun unter der Leitung von Andy Gutacker steht, gilt als Vorzeigestandort für Effizienzsteigerungen: BASF investiert dort über 1 Milliarde USD, um Produktionslinien auf erneuerbare Energiequellen und Kreislaufwirtschaftsprozesse umzustellen.

Analysten sehen in dieser Fokussierung eine wichtige Voraussetzung für künftiges Wachstum. Laut einer aktuellen Bloomberg-Analyse soll der Konzern ab 2026 wieder eine EBIT-Marge von über 11 % erreichen – aktuell liegt sie bei etwa 8,3 %.

Finanzlage: Stabil trotz Druck

Im zweiten Quartal 2025 erzielte BASF einen Umsatz von 19,2 Milliarden Euro, leicht unter dem Vorjahreswert. Der bereinigte Gewinn (EBIT vor Sondereinflüssen) lag bei 1,7 Milliarden Euro – ein Rückgang um 5 %, aber über den Erwartungen.
Die Nettoverschuldung beträgt rund 17 Milliarden Euro, was im Branchendurchschnitt solide ist. Ein erfolgreicher Verkauf der Coatings-Sparte könnte die Bilanz deutlich entlasten und die Eigenkapitalquote über 45 % heben.

Analysten von Deutsche Bank und Jefferies bewerten die Aktie derzeit mit „Halten“, sehen jedoch bei einem Abschluss des Verkaufsprojekts Kurspotenzial bis 48–50 EUR.

Risiken und Ausblick

Trotz der positiven Perspektiven bleibt BASF stark abhängig von globalen Energiepreisen und geopolitischen Entwicklungen. Sollte die Wirtschaft in Europa stagnieren oder die Nachfrage in Asien weiter abflauen, könnten Margen erneut unter Druck geraten. Dennoch gilt der Konzern als robust aufgestellt – insbesondere durch seine breit diversifizierte Produktbasis.

Community-Stimmung

Im Börsennews-Forum herrscht verhaltener Optimismus.
Ein Nutzer kommentiert: „Wenn Carlyle zuschlägt, ist das ein Befreiungsschlag für BASF – weniger Ballast, mehr Fokus.“
Andere warnen: „Die Chemiebranche bleibt zyklisch. 44 Euro sind fair, aber kein Schnäppchen.“
Viele Investoren sehen die Aktie als Dividendenwert mit Stabilitätspotenzial, insbesondere bei einer möglichen Dividendenrendite von über 7 % im kommenden Jahr.

Bn-Redaktion/pl
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