BASF setzt alles auf China

Chance oder Fehlgriff? 22.03.2026, 14:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Chemielabor
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BASF 50,67 EUR +0,10 % Lang & Schwarz

Strategischer Kraftakt im größten Chemiemarkt der Welt

Kurz vor der Inbetriebnahme des neuen Verbundstandorts im chinesischen Zhanjiang bekräftigt BASF seine langfristige Ausrichtung auf Asien. Konzernchef Markus Kamieth positioniert das 8,7 Milliarden Euro schwere Projekt als strategisch alternativlos. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und herausfordernder Marktbedingungen sieht das Management in einem Rückzug aus China das größere Risiko. Immerhin entfällt nahezu die Hälfte des globalen Chemiemarktes auf die Volksrepublik.

Auch aktuelle Spannungen, etwa im Nahen Osten oder rund um die Straße von Hormus, bewertet der Konzern derzeit als beherrschbar. Aus Sicht der Unternehmensführung bleiben die eigenen Lieferketten stabil genug, um größere operative Beeinträchtigungen zu vermeiden. Damit rückt die langfristige Sicherung von Marktanteilen klar in den Vordergrund der strategischen Überlegungen.

Niedrige Margen bremsen den Start – Kostendisziplin wird verschärft

Gleichzeitig dämpft BASF die Erwartungen an die kurzfristige Profitabilität des neuen Standorts. Historisch niedrige Margen im Chemiesektor dürften die Rendite in der Anlaufphase erheblich belasten. Der Konzern reagiert darauf mit einer Ausweitung seines Sparprogramms. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten um 2,3 Milliarden Euro reduziert werden – eine Anhebung des bisherigen Ziels um 200 Millionen Euro.

Flankierend setzt BASF auf Kapitalmaßnahmen zur Stabilisierung. Ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro soll zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen und die Kapitalstruktur unterstützen. Diese Kombination aus Kostensenkungen und Kapitalrückführungen zeigt, dass das Management parallel zur Expansion konsequent an der Effizienz arbeitet.

Börse reagiert nervös – wichtige Termine rücken näher

An den Kapitalmärkten wurden die gemischten Signale zuletzt zurückhaltend aufgenommen. Die Aktie verzeichnete auf Wochensicht ein Minus von 5,78 Prozent und fiel auf 45,34 Euro. Dabei wurde auch die viel beachtete 100-Tage-Linie nach unten durchbrochen, was die kurzfristige Unsicherheit unterstreicht.

Für neue Impulse dürfte bereits die bevorstehende Eröffnung des Standorts in Zhanjiang sorgen. Investoren erwarten dort detailliertere Einblicke in die Hochlaufphase und die operative Entwicklung der Anlagen. Spätestens am 30. April 2026 wird es konkreter: Dann veröffentlicht BASF die Ergebnisse des ersten Quartals und hält zugleich seine ordentliche Hauptversammlung ab. Diese Termine könnten entscheidend dafür sein, wie der Markt die Balance zwischen Wachstumsstrategie und kurzfristiger Ergebnisentwicklung neu bewertet.

Bn-Redaktion/aw
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