BASF verkauft Lack-Sparte

Aktienrückkauf winkt! 27.10.2025, 15:20 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Verkauf Lacksparte
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BASF 50,67 EUR +0,10 % Lang & Schwarz

Warum BASF seine Lack-Sparte abgibt – und doch nicht ganz loslässt

BASF sorgt mit einem milliardenschweren Strategiewechsel für Aufsehen. Der Chemiekonzern verkauft seine gesamte Coatings-Division – das Geschäft mit Lacken und Oberflächenbehandlungen – für einen Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro an eine Investorengruppe rund um den US-Finanzriesen Carlyle und den katarischen Staatsfonds QIA. Rund 5,8 Milliarden Euro fließen davon sofort in bar an BASF. Trotz der Trennung hält der Konzern an der künftigen Entwicklung der Sparte fest und bleibt mit 40 Prozent weiterhin beteiligt. Für CEO Dr. Markus Kamieth ist der Deal ein bewusster Schritt: „Wir zeigen unser Vertrauen in die zukünftige Wertschöpfung durch die Beibehaltung einer Kapitalbeteiligung.“

Die ausgegliederte Sparte erzielte im Jahr 2024 noch 3,8 Milliarden Euro Umsatz – und wurde nun mit einem attraktiven EV/EBITDA-Multiple von rund 13 bewertet. Zusammen mit dem bereits veräußerten Dekorlack-Geschäft ergibt sich eine Gesamtbewertung von 8,7 Milliarden Euro für das gesamte Segment. Für BASF ist dies nicht nur ein Verkauf, sondern ein Schachzug im Rahmen der langfristig ausgerichteten „Winning Ways“-Strategie.

Fokus auf das Wesentliche: Wie BASF sein Portfolio neu ausrichtet

Mit dem Verkauf der Coatings-Sparte verfolgt BASF konsequent den eingeschlagenen Kurs: weg von randständigen Einzelaktivitäten, hin zu integrierten Chemieparks als strategisches Rückgrat. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft ist dabei keine defensive Maßnahme, sondern eine gezielte Stärkung der Wettbewerbsposition. Die frei gewordenen Mittel könnten dabei eine neue Dynamik entfachen – insbesondere im Hinblick auf einen möglichen vorgezogenen Aktienrückkauf. Das ursprünglich für 2027 oder 2028 geplante Programm im Volumen von mindestens 4 Milliarden Euro rückt damit in greifbare Nähe.

An der Börse hat die BASF-Aktie zuletzt wieder Tritt gefasst. Nach einem 52-Wochen-Tief bei 37,71 Euro notiert sie aktuell bei 43,72 Euro, bleibt damit aber noch rund 19 Prozent unter dem Zwischenhoch von März. Der Coatings-Deal könnte nun einen neuen Impuls setzen – zumal er Cash generiert und gleichzeitig strategisches Upside durch die Beteiligung wahrt.

Carlyle und QIA: Angriff aus dem Hintergrund mit BASF-Know-how

Auf Käuferseite steht mit Carlyle ein erfahrener Player im Bereich industrieller Carve-outs. Bereits Unternehmen wie Axalta, Atotech und Nouryon wurden unter Carlyles Führung neu positioniert und erfolgreich entwickelt. Auch BASF Coatings soll als eigenständige Plattform weiter wachsen – besonders in Nordamerika, wo Marktanteile winken und Wachstumsfantasie lockt. Martin Sumner, Global Head of Industrials bei Carlyle, betont: „BASF Coatings ist eine außergewöhnliche Plattform mit führenden Technologien und globaler Präsenz.“

Mit dem katarischen Staatsfonds QIA im Boot und einem stabilen Umfeld an den Fremdkapitalmärkten ist die Finanzierung des Deals solide aufgestellt. Der Abschluss wird für das zweite Quartal 2026 erwartet – vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

BASF vollzieht mit dem Verkauf nicht nur einen der größten Carve-outs der jüngeren Unternehmensgeschichte, sondern positioniert sich gleichzeitig neu. Das Unternehmen löst sich von weniger profitablen Randbereichen, bleibt aber über Beteiligungen strategisch involviert – ein Balanceakt zwischen Kapitaldisziplin und Zukunftsorientierung. Die Chemie stimmt – jetzt muss der Markt folgen.

Bn-Redaktion/aw
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