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Bayer im Supreme Court

Entscheidung mit Milliardenrisiko 27.04.2026, 16:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Supreme Court
© Symbolbild von Tim Mossholder auf Unsplash
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Bayer 38,47 EUR -0,47 % Tradegate

Verfassungsfrage mit Sprengkraft für die gesamte Branche

Im Fall Durnell v. Monsanto rückt Bayer erneut in den Fokus eines der bedeutendsten Rechtsstreits der vergangenen Jahre. Der US Supreme Court hat die mündliche Verhandlung aufgenommen und befasst sich damit mit einer zentralen Grundsatzfrage, die weit über den Einzelfall hinausreicht. Ausgangspunkt ist die Klage eines Mannes aus Missouri, der nach jahrelangem Kontakt mit dem Unkrautvernichter Roundup an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankte. Ein Untergericht sprach ihm 1,25 Millionen Dollar zu, wogegen Bayer Berufung eingelegt hat.

Im Kern geht es um das Verhältnis von Bundesrecht und einzelstaatlichem Recht. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA kein Krebsrisiko festgestellt habe und daher auch kein entsprechender Warnhinweis vorgeschrieben sei. Daraus leitet der Konzern ab, dass Klagen auf Basis einzelstaatlicher Gesetze unzulässig seien, da das Bundesrecht diese verdränge.

Die US-Gerichte haben hierzu bislang keine einheitliche Linie gefunden. Während der Third Circuit der Argumentation von Bayer folgt, vertreten der Ninth und der Eleventh Circuit eine gegenteilige Auffassung. Diese widersprüchliche Rechtsprechung war letztlich ausschlaggebend dafür, dass sich nun der Supreme Court mit dem Fall befasst.

Politische Unterstützung und gesellschaftlicher Widerstand

Bemerkenswert ist die Unterstützung, die Bayer in diesem Verfahren erhält. Das US-Justizministerium unter Donald Trump hat einen unterstützenden Schriftsatz eingereicht und sich aktiv an der Verhandlung beteiligt. Auf der Gegenseite stehen unter anderem Verbraucherorganisationen sowie die Make-America-Healthy-Again-Bewegung, die strengere Maßstäbe im Umgang mit potenziell gesundheitsgefährdenden Produkten fordern.

Die Entscheidung des Gerichts dürfte daher nicht nur juristische, sondern auch politische Signalwirkung entfalten. Im Raum steht die Frage, inwieweit Bundesbehörden wie die EPA eine abschließende Bewertungshoheit besitzen oder ob Bundesstaaten darüber hinausgehende Schutzstandards durchsetzen können.

Milliardenlast und parallele Vergleichsstrategie

Die finanzielle Dimension des Verfahrens ist erheblich. Seit 2015 hat Bayer nach eigenen Angaben mehr als zehn Milliarden Dollar für Roundup-Klagen aufgewendet. Die Rückstellungen belaufen sich aktuell auf rund 11,8 Milliarden Euro. Von 28 abgeschlossenen Fällen gewannen Kläger laut Geschäftsbericht 2025 insgesamt elf.

Parallel zum Verfahren vor dem Supreme Court verfolgt Bayer eine zweite Strategie zur Eindämmung der Klagewelle. Ein Gericht in Missouri hat einem Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar vorläufig zugestimmt. Dieser soll sowohl bestehende als auch zukünftige Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat abdecken. Betroffene haben noch bis zum 4. Juni 2026 die Möglichkeit, aus dem Vergleich auszusteigen.

CEO Bill Anderson hatte nach seinem Amtsantritt Mitte 2023 angekündigt, die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 deutlich zu reduzieren. Die Entscheidung des Supreme Court gilt dabei als zentraler Hebel, um Rechtssicherheit zu schaffen.

Börse reagiert sensibel auf juristische Unsicherheit

Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Mit 38,45 Euro liegt die Bayer-Aktie derzeit rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro. Allein innerhalb der vergangenen sieben Tage gab das Papier um etwa sieben Prozent nach.


Ein Urteil zugunsten von Bayer könnte die rechtliche Grundlage vieler laufender und künftiger Klagen verändern. Insbesondere die Frage der sogenannten „Preemption“, also des Vorrangs von Bundesrecht, steht dabei im Zentrum. Eine entsprechende Entscheidung hätte potenziell weitreichende Auswirkungen – nicht nur für Glyphosat-Verfahren, sondern auch für vergleichbare Klagen im Bereich von Pflanzenschutzmitteln. Mit einer Entscheidung wird bis Ende Juni gerechnet.

Bn-Redaktion/aw
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