Bayer in der Offensive

Wie viele Klagen sind noch offen? 18.02.2026, 12:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Milliardenschwerer Vergleich soll Rechtsunsicherheit beenden

Bayer will mit einem umfassenden Vergleich im Volumen von mehr als 7 Milliarden US-Dollar einen Großteil der anhängigen und künftigen Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup beilegen. Konkret ist eine Sammelklage-Vereinbarung über 7,25 Milliarden US-Dollar vorgesehen, die bereits eingereichte Verfahren sowie potenzielle Ansprüche über einen Zeitraum von 21 Jahren abdecken soll. Zusätzlich wurden bestehende US-Fälle im Umfang von mindestens 3 Milliarden US-Dollar beigelegt, darunter auch ein Urteil über 2,1 Milliarden US-Dollar aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt hat der Konzern damit bereits mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Urteilen und Vergleichen rund um Roundup gezahlt.

Aktienkurs reagiert volatil auf Einigung

An der Börse sorgten die Neuigkeiten für deutliche Ausschläge. Nach einem Kursplus von 7,4 % am Vortag fiel die Aktie im frühen Handel zeitweise um bis zu 7,1 %. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs allerdings mehr als verdoppelt. Ein Fondsmanager kommentierte: „Bayer hat wahrscheinlich das bestmögliche Ergebnis aus einer äußerst komplexen Situation herausgeholt, doch das ist noch nicht der entscheidende Durchbruch, den viele Investoren erhofft hatten.“ Entscheidend werde sein, das Programm finanziell tragbar zu gestalten und zugleich neue Klagen zu verhindern.

67.000 offene Klagen und Supreme-Court-Verfahren

Trotz zahlreicher Vergleiche sieht sich Bayer weiterhin rund 67.000 Klagen ausgesetzt. Kläger führen ihre Non-Hodgkin-Lymphome auf den Wirkstoff Glyphosat zurück. Der Konzern betont dagegen die Sicherheit des Produkts. Die US-Umweltbehörde EPA stuft Glyphosat als „wahrscheinlich nicht krebserregend für den Menschen“ ein. Parallel prüft der Oberste Gerichtshof der USA einen Fall, in dem es um ein Urteil über 1,25 Millionen US-Dollar geht. Bayer argumentiert, dass bundesrechtliche Vorgaben mögliche Warnhinweise abschließend regeln und einzelstaatliche Klagen deshalb unzulässig seien.

Rückstellungen steigen auf 11,8 Milliarden Euro

Im Zuge der neuen Vereinbarungen erhöhte Bayer seine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 7,8 Milliarden Euro auf 11,8 Milliarden Euro (14 Milliarden US-Dollar). Darin enthalten sind auch rund 1 Milliarde US-Dollar für PCB-bezogene Fälle. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen negativen freien Cashflow. Die kurzfristige Finanzierung ist über eine Kreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar gesichert.

Vergleich mit Ausstiegsklausel

Der geplante Vergleich steht unter gerichtlichem Vorbehalt. Betroffene können sich beteiligen oder individuell klagen. Sollte die Zahl der Aussteiger zu hoch sein, behält sich Monsanto das Recht vor, die Vereinbarung ohne Zahlungen zu beenden. Vorstandschef Bill Anderson sprach von einem „wesentlichen Weg aus der rechtlichen Unsicherheit“. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Einbindung möglichst vieler potenzieller Kläger entscheidend für das Zustandekommen der Lösung sei.

Bn-Redaktion/ts
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