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Bayer

Milliarden-Entscheidung plötzlich verschoben 19.08.2026, 17:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Bayer: Milliarden-Entscheidung plötzlich verschoben
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Drei Wochen mehr Zeit für Kläger - Gericht entscheidet erst im September

Die Verschiebung geht auf einen gemeinsamen Antrag von Bayer und den Klägeranwälten zurück. Beide Seiten hatten am 5. August beim zuständigen Gericht in Missouri beantragt, die sogenannte Fairness-Anhörung um drei Wochen zu verlegen.

Ursprünglich sollte bereits heute darüber entschieden werden, ob der milliardenschwere Vergleich mit Monsanto und den beteiligten Klägeranwälten genehmigt wird. Nach einem Bericht von Reuters soll die zusätzliche Zeit insbesondere für sogenannte Opt-out-Anträge genutzt werden.

Dabei handelt es sich um Kläger, die nicht am Vergleich teilnehmen möchten und stattdessen ihre Ansprüche individuell weiterverfolgen wollen. Bayer unterstützt die Verschiebung nach eigenen Angaben ausdrücklich.

Für die finanzielle Wirkung des Vergleichs ist dieser Punkt entscheidend. Je mehr Kläger sich gegen eine Teilnahme entscheiden, desto geringer könnte die tatsächliche Entlastung ausfallen. Die Frist bis zum 14. September soll daher mehr Klarheit darüber schaffen, wie groß der Kreis derjenigen ist, die außerhalb der Vereinbarung weiterklagen wollen.

Bayer-Aktie bleibt ruhig - Kurs deutlich über 200-Tage-Linie

An der Börse löste die ausgebliebene Anhörung bislang keine größere Bewegung aus. Die Bayer-Aktie notiert aktuell bei 48,72 Euro und damit nur leicht über dem Vortagesschluss von 48,64 Euro.

Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich das Papier deutlich erholt. Der Kurs liegt klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,58 Euro. Gleichzeitig bleibt noch Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde. Von diesem Niveau ist die Aktie derzeit rund 9,5 Prozent entfernt.

Dass die Kursreaktion verhalten ausfällt, dürfte auch daran liegen, dass die Terminverschiebung bereits seit rund zwei Wochen bekannt ist und somit vom Markt verarbeitet werden konnte. Entscheidend ist daher weniger, dass die Anhörung heute nicht stattgefunden hat, sondern dass sich die endgültige Klärung der milliardenschweren Rechtsfrage weiter verzögert.

7,25 Milliarden Dollar im Fokus: Opt-outs werden zum entscheidenden Faktor

Bis zum neuen Termin am 14. September dürfte sich die Aufmerksamkeit deshalb vor allem auf die Zahl der Opt-outs richten. Ein hoher Anteil an Klägern, die sich gegen den Vergleich entscheiden, könnte die Kalkulation hinter dem Volumen von 7,25 Milliarden US-Dollar verändern.

Damit bleibt für Bayer offen, wie umfassend sich die Glyphosat-Risiken tatsächlich durch die Vereinbarung begrenzen lassen. Gerade dieser Punkt ist für die weitere Einschätzung der Rechtsrisiken von Bedeutung, nachdem die Aktie zuletzt auch von der Aussicht auf eine schrittweise Bereinigung der langjährigen Roundup-Belastungen profitiert hatte.

Mit seiner Zustimmung zur Fristverlängerung signalisiert Bayer, dass vor einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung möglichst viel Klarheit über die Teilnahme am Vergleich geschaffen werden soll. Der Preis dafür ist ein weiterer Aufschub: Das Kapitel Glyphosat bleibt für den Konzern mindestens bis zum 14. September offen.

Bn-Redaktion/aw
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