Bayer vor Befreiung

Glyphosat Streit nimmt neue Wende 25.06.2026, 17:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Supreme Court stärkt Bayer

Der Oberste Gerichtshof der USA entschied mit 7 zu 2 Stimmen zugunsten von Monsanto, das seit der Übernahme im Jahr 2018 zu Bayer gehört. Im Kern ging es um die Frage, ob Kläger vor Gerichten einzelner US Bundesstaaten Schadenersatz verlangen können, weil Roundup keinen Krebswarnhinweis trägt. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass bundesrechtliche Vorgaben zur Kennzeichnung von Pestiziden Vorrang haben, wenn die zuständige Behörde keinen solchen Warnhinweis verlangt.

Tausende Klagen betroffen

Das Urteil blockiert nach derzeitiger Einschätzung tausende sogenannte Failure to warn Klagen. Diese Verfahren werfen Bayer vor, Nutzer nicht ausreichend vor einem möglichen Krebsrisiko durch Glyphosat gewarnt zu haben. Der konkrete Fall betraf John Durnell, der nach langjähriger Nutzung von Roundup an Non Hodgkin Lymphom erkrankte und zuvor einen Schadenersatz von rund 1,1 Millionen Euro zugesprochen bekommen hatte.

Aktie reagiert deutlich

An der Börse wurde die Entscheidung als erhebliche Entlastung gewertet. Die Bayer Aktie legte zeitweise um mehr als 17 Prozent zu. Der Kurssprung zeigt, wie stark die Rechtsrisiken den Konzernwert über Jahre belastet haben. Bayer hatte seit der Monsanto Übernahme mit einer großen Zahl von Glyphosat Verfahren zu kämpfen und bereits Vergleiche in Milliardenhöhe angestrebt.

Glyphosat bleibt umstritten

Trotz des juristischen Erfolgs ist die Debatte über Glyphosat nicht beendet. Die US Umweltbehörde stuft den Wirkstoff bei sachgemäßer Anwendung nicht als krebserregend ein, während eine Einrichtung der World Health Organization Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend bewertete. Genau dieser Gegensatz zwischen regulatorischer Bewertung und zivilrechtlichen Klagen stand im Zentrum des jahrelangen Streits.

Risiko sinkt nicht auf null

Für Anleger ist das Urteil ein wichtiger Schritt, aber kein vollständiger Schlussstrich. Verfahren auf anderer Grundlage, etwa zu Produktdesign oder anderen Vorwürfen, könnten weiter eine Rolle spielen. Zudem hatte Bayer bereits einen Vergleich über rund 6,4 Milliarden Euro für aktuelle und künftige Roundup Ansprüche vorgeschlagen, während die gesamte Belastung durch Vergleiche und Verfahren auf mehr als 20 Milliarden Euro beziffert wurde. Entscheidend wird nun, wie schnell Bayer die verbleibenden Risiken eindämmen kann.

Bn-Redaktion/tb
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