51 Prozent verkauft

Volkswagen gibt Kontrolle aus der Hand 25.06.2026, 17:39 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Bain übernimmt die Mehrheit

Volkswagen hat mit Bain Capital eine exklusive Vereinbarung über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Everllence geschlossen. Geplant ist die Abgabe von 51 Prozent der Anteile, während Volkswagen mittelfristig mit 49 Prozent ein wichtiger Anteilseigner bleiben will. Der Konzern spricht von einer Leveraged Buy out Transaktion, aus der Volkswagen rund 7,4 Milliarden Euro erlösen soll. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und weiterer Bedingungen.

Everllence bleibt strategisch relevant

Everllence ist kein klassischer Randbereich. Das Unternehmen mit Sitz in Augsburg gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. Nach Angaben aus der Transaktion beschäftigt Everllence rund 16.000 Menschen und erzielt einen Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist unter anderem in der globalen Schifffahrt, bei Datacenters und in der Energiewirtschaft aktiv.

Volkswagen braucht finanziellen Spielraum

Der Verkauf passt zur neuen Linie des Konzerns. Volkswagen will die eigene Substanz in der laufenden Transformation stärken und das Beteiligungsportfolio straffen. Bereits auf der Hauptversammlung hatte Volkswagen zentrale Hebel genannt, darunter weniger Komplexität, gezieltere Investitionen, Portfolio Straffung und eine schlankere Konzernsteuerung. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 75,7 Milliarden Euro und damit 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis sank um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Anleger achten auf Verwendung der Mittel

Für Anleger ist vor allem entscheidend, was Volkswagen mit dem Erlös macht. Der Konzern hat angekündigt, über die Verwendung der Einnahmen später zu entscheiden. Naheliegend ist, dass der Verkauf Spielraum für Investitionen in Elektromobilität, Software und Kostensenkung schafft. Gleichzeitig reduziert Volkswagen die direkte Kontrolle über ein profitables Industriegeschäft. Damit verschiebt sich die Bewertung stärker auf die Frage, ob der Konzern im Kerngeschäft schneller vorankommt.

Standorte erhalten Zusagen

Bain Capital übernimmt die Mehrheit in einer Phase, in der industrielle Beteiligungen in Deutschland stärker unter Effizienzdruck stehen. Für die Belegschaft enthält die Vereinbarung wichtige Zusagen. Die fünf deutschen Standorte von Everllence sollen mindestens bis 2030 erhalten bleiben, betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zeitraum ausgeschlossen. Volkswagen strebt die erforderlichen Genehmigungen bis Ende 2026 an. Für die Aktie bleibt der Deal damit ein Fortschritt, aber noch kein abgeschlossener Befreiungsschlag.

Bn-Redaktion/tb
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