Boeing schlägt Northrop

Milliardenauftrag für Satelliten 04.07.2025, 13:59 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Wettlauf im All: Boeing übertrumpft Northrop Grumman

Die US-Raumfahrtstreitkraft Space Force hat Boeing einen Großauftrag im Wert von 2,8 Milliarden US-Dollar zugesprochen. Im Fokus: die Entwicklung hochsicherer Kommunikationssatelliten für strategische Einsätze. Damit konnte sich der Luft- und Raumfahrtkonzern gegen den Konkurrenten Northrop Grumman durchsetzen, der ebenfalls Prototypen für das Programm beigesteuert hatte. Die Ausschreibung ist Teil des übergeordneten ESS-Programms (Evolved Strategic Satellite Communications) – ein 12-Milliarden-Dollar-Projekt, das die veralteten Systeme der militärischen Satellitenkommunikation ablösen soll.

Zunächst sollen zwei neue Satelliten entwickelt und geliefert werden, mit der Option auf zwei weitere. Die Satelliten sollen nicht nur gegen physische Angriffe widerstandsfähig sein, sondern vor allem im Bereich Cyberabwehr neue Maßstäbe setzen. Ziel ist eine stabile und ausfallsichere Kommunikationsarchitektur – selbst unter extremen Bedrohungsszenarien.

Kommunikationssicherheit als nationale Priorität

Laut Kay Sears, Vizepräsidentin bei Boeing für Raumfahrt-, Intelligenz- und Waffensysteme, steht dabei die nationale Sicherheit an erster Stelle:

„Die USA benötigen eine nationale Sicherheitsarchitektur, die ohne Ausfälle funktioniert und höchste Schutz- und Leistungsfähigkeit bietet.“

Boeing hebt in einer begleitenden Unternehmensmeldung hervor, dass das neu entwickelte System eine zuverlässige Kommunikation selbst unter den anspruchsvollsten Bedingungen im All ermöglichen soll. Ein Schlüsselelement sei die Kombination aus innovativer Signaltechnologie und modernsten Abwehrmechanismen gegen Cyberbedrohungen.

Die vollständige Umsetzung des Auftrags wird sich bis 2033 erstrecken. Neben den geplanten Satelliten sollen später auch Einheiten entwickelt werden, die speziell auf die Anforderungen des arktischen Raums zugeschnitten sind – ein geopolitisch zunehmend wichtiger Einsatzort.

Boeing-Aktie reagiert zurückhaltend – Börse bleibt am Feiertag ruhig

Trotz des Milliardenauftrags zeigt sich die Börse bislang unbeeindruckt. Aufgrund des US-amerikanischen Unabhängigkeitstags sind die Handelsplätze in den Vereinigten Staaten am 4. Juli geschlossen. Im frühen Xetra-Handel notiert die Boeing-Aktie am Donnerstagmorgen nahezu unverändert bei 182,17 Euro (Stand: 13:55 Uhr MESZ).

Das neutrale Kursverhalten ist angesichts des ruhigen Feiertagshandels keine Überraschung. Beobachter dürften allerdings in den kommenden Tagen ein stärkeres Kursinteresse erwarten – besonders, wenn weitere Details zur technischen Ausgestaltung des ESS-Programms bekannt werden. Für langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf Luft- und Raumfahrttechnik bleibt Boeing damit ein hochinteressantes Schwergewicht.

Bn-Redaktion/aw
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