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China-Deal

Fresenius klettert auf Achtmonatshoch 02.11.2026, 11:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

China-Deal: Fresenius klettert auf Achtmonatshoch
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Einen größeren Entwicklungsvertrag hat die Biosimilar-Branche noch nicht gesehen. Fresenius sichert sich über eine Exklusivvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsentwickler WuXi Biologics im kommenden Jahrzehnt Zugriff auf bis zu 37 potenzielle Nachahmer biotechnologischer Arzneimittel. An der Börse kommt das gut an: Die Aktie legt rund 3 Prozent auf 48,90 Euro zu und erreichte im Verlauf mit gut 49,20 Euro den höchsten Stand seit Anfang März.

Pipeline soll von 29 auf 66 Moleküle wachsen

Derzeit umfasst das Biosimilar-Portfolio des Bad Homburger DAX-Konzerns 29 Moleküle, die bereits vermarktet werden oder sich in Entwicklung befinden. Mit den Kandidaten aus der neuen Vereinbarung könnten es bis zu 66 werden. Die Originalpräparate, auf die Fresenius zielt, kommen nach Listenpreisen zusammen auf mehr als 370 Milliarden Euro Umsatz. Das künftige Portfolio soll 13 Therapiegebiete abdecken und reicht damit auch in neurologische, nephrologische und kardiopulmonale Erkrankungen hinein.

Welche Kandidaten tatsächlich entwickelt werden, entscheidet Fresenius selbst – nach Marktattraktivität, Entwicklungsrisiko und erwarteter Rendite. Die weltweiten Vermarktungsrechte einschließlich der Zulassungen liegen beim Konzern, der damit voll am wirtschaftlichen Erfolg der Produkte beteiligt ist. Für die Produktion steht zudem das Netzwerk von mAbxience bereit: Die Biopharma-Tochter gehört seit Oktober vollständig zu Fresenius, für die restlichen 45 Prozent der Anteile zahlt der Konzern bis zu 750 Millionen Euro.

Erst steigen die Kosten, Umsätze ab Anfang der 2030er

Anders als bei einer klassischen Einlizenzierung fließt keine hohe Vorabzahlung. WuXi Biologics wird je ausgewähltem Kandidaten auf Dienstleistungsbasis vergütet, die Zahlungen richten sich nach dem Fortschritt der einzelnen Programme. Kurzfristig bringt das Modell dennoch Belastungen mit sich: Mit jedem Kandidaten, der vorankommt, steigen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Biopharma-Sparte, was die Profitabilität während der Entwicklungsphase drücken dürfte. Mit den ersten marktreifen Molekülen aus der Partnerschaft rechnet Konzernchef Michael Sen Anfang der 2030er Jahre.

An seinen Zielen hält Fresenius fest. Bestätigt wurden die Prognose für 2026 ebenso wie die Biopharma-Ziele für 2030: eine Verdopplung des Biopharma-Umsatzes gegenüber 2025 bei einer Ebit-Marge von rund 20 Prozent. Der Zeitpunkt des Vertrags fällt in eine Phase, in der ab 2028 die Patente zahlreicher umsatzstarker Biotech-Medikamente auslaufen – Investoren sprechen bereits von einem goldenen Jahrzehnt für Biosimilars. Bei Union Investment wird der Deal als strategisch sehr bedeutsam eingeordnet, Fresenius könne sich damit ab 2030 neben Sandoz unter den führenden Biosimilar-Anbietern positionieren. Positiv reagierte auch die DZ Bank, Jefferies bestätigte die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 55 Euro – dies stellt keine redaktionelle Empfehlung dar. Auf Wochensicht summiert sich das Kursplus der Aktie damit auf rund 6 Prozent.

Partner aus China im Blick der US-Politik

Bemerkenswert ist die Wahl des Partners. WuXi Biologics entwickelt und produziert biologische Arzneimittel im Auftrag und betreibt Standorte in Europa, den USA, China und Singapur. In Washington steht die Zusammenarbeit mit chinesischen Biotech-Dienstleistern allerdings unter verschärfter Beobachtung: Mit dem US-Verteidigungshaushalt 2026 wurde der sogenannte BIOSECURE Act Gesetz. Er untersagt Bundesbehörden, deren Auftragnehmern sowie Empfängern staatlicher Fördermittel, Biotech-Leistungen von als bedenklich eingestuften Unternehmen zu nutzen.

Namentlich nennt das Gesetz keine Firmen. WuXi Biologics steht – anders als WuXi AppTec – nicht auf der dafür maßgeblichen Liste des US-Verteidigungsministeriums; eine eigene Liste der US-Haushaltsbehörde wird gegen Jahresende erwartet. Die hierzulande gehandelte Aktie von WuXi Biologics notiert mit 5,09 Euro rund 0,5 Prozent fester.

Bn-Redaktion/sb
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