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Ölpreis-Rutsch

DAX dreht ins Plus 02.11.2026, 10:48 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Ölpreis-Rutsch: DAX dreht ins Plus
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Rückenwind vom Ölmarkt stützt den DAX zum Wochenstart. Nach einem verhaltenen Auftakt mit einem Minus von gut 0,1 Prozent hat sich der deutsche Leitindex bis zum späten Vormittag ins Plus gearbeitet und notiert inzwischen rund 0,4 Prozent höher bei knapp 25.880 Punkten. Die Nasdaq-Schwäche vom Freitag spielt damit kaum noch eine Rolle – unter Anlegern sorgt vor allem die Wucht der Preisbewegung beim Öl für Gesprächsstoff.

Brent verbilligt sich um mehr als drei Prozent

Auslöser der Entspannung ist ein Bericht, wonach US-Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran vorerst der Diplomatie mehr Zeit geben wolle. Zugleich laufen die Gespräche zwischen Iran und Katar weiter. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell rund 108,40 Dollar je Barrel, umgerechnet etwa 97 Euro – ein Abschlag von gut 3,5 Prozent. Bereits Anfang Oktober hatte Trump zugesagt, den Iran vor den US-Zwischenwahlen nicht erneut anzugreifen.

Aus Anlegersicht kommt der Rückgang in dieser Deutlichkeit überraschend. Gedeutet wird er als klare Wette des Marktes auf eine Verständigung zwischen Washington und Teheran:

Der Markt setzt halt auf eine Einigung - die Voraussetzungen scheinen erst einmal gut zu sein

Ganz ohne Vorbehalt bleibt der Blick auf die Diplomatie allerdings nicht: Ob sich an den Forderungen Teherans tatsächlich etwas bewegt habe, wird bezweifelt. Die Stimmung zum Ölthema lässt sich damit als vorsichtig zuversichtlich beschreiben.

Nasdaq-Ausverkauf vom Freitag schlägt nicht durch

Der fallende Ölpreis dämpft zugleich die Inflationssorgen – und hilft dem DAX so, sich weitgehend von der Wall Street abzukoppeln. Dort war der Nasdaq 100 am Freitag um 3,46 Prozent auf 28.384,85 Punkte eingebrochen, der größte Tagesverlust seit Anfang Juni. Negative Aussagen von Amazon und Intel hatten die Sorgen um ausufernde KI-Ausgaben verschärft, seit dem Rekordhoch von Anfang Oktober summierte sich das Minus zeitweise auf mehr als zehn Prozent. Der DAX hatte an diesem Tag 0,85 Prozent auf 25.818 Punkte abgegeben. Inzwischen deuten die Indikationen für den Nasdaq 100 wieder ein Plus von rund 0,8 Prozent an, in Asien legte der südkoreanische Kospi kräftig zu. Die Marktstrategen von JPMorgan halten den Rückschlag im Halbleitersektor für gesund – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Der MDAX gewinnt mit gut 0,6 Prozent sogar noch etwas mehr als der Leitindex.

Auf Anlegerseite wird registriert, dass DAX, Nasdaq und Dow Jones an diesem Vormittag im Gleichschritt laufen. Zusätzlichen Schub lieferten demnach die Sparpläne zum Monatsanfang, die regelmäßig frisches Geld in den Markt brächten. Der Handelsverlauf selbst wirkt dagegen fahrig: Nach einem kraftlosen Start ist von einem hochnervösen Markt die Rede, der zwischen 25.730 und gut 25.910 Punkten hin- und herpendelte.

Midterms könnten den Ölpreis wieder anheizen

Ob die Entlastung vom Ölmarkt trägt, dürfte sich schon am Dienstag zeigen. Dann wählen die Amerikaner das gesamte Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu, erste Ergebnisse werden wegen der Zeitverschiebung erst am Mittwochmorgen erwartet. Als wahrscheinlich gilt, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern. Bei der Privatbank Merck Finck und der LBBW wird befürchtet, Trump könnte nach einer Niederlage rasch reagieren – etwa mit neuen Angriffen auf den Iran, was die Ölpreise erneut treiben würde. Dazu kommen am Abend die Quartalszahlen von Apple und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht.

Unter Anlegern wird deshalb mehrfach in Frage gestellt, wie nachhaltig die Erholung ist, mitunter wird sogar mit nochmals tieferen Kursen gerechnet. Auf der optimistischen Seite wird dem Index dagegen zugetraut, in den kommenden Tagen bis an sein Rekordhoch vorzurücken. Als nächste Hürde gilt zunächst die Marke von 26.000 Punkten, die der DAX am vergangenen Donnerstag mit mehr als 26.100 Punkten bereits einmal überwunden hatte. Die Stimmung schwankt damit zwischen Erleichterung über den Ölpreis und Respekt vor einer Wahl, die genau diese Entlastung wieder zunichtemachen könnte.

Bn-Redaktion/sb
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