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Chip-Riese unter Druck

ASML warnt vor Einbruch 16.07.2025, 11:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Maschine
© Bild von Jean Martinelle auf Pixabay
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ASML Holding 1.315,00 EUR -2,39 % L&S Exchange

ASML überrascht mit Rückzieher: Warum 2026 plötzlich kein Wachstumsjahr mehr sein soll

Kursrutsch nach skeptischem Ausblick

Der Chipmaschinenhersteller ASML hat seine ehrgeizige Prognose für das Jahr 2026 überraschend zurückgenommen. CEO Christophe Fouquet erklärte: „Wir sehen zunehmende Unsicherheit aufgrund makroökonomischer und geopolitischer Entwicklungen.“ Zwar bereite man sich weiterhin auf Wachstum vor, eine Bestätigung sei aber nicht möglich. Die Aktie fiel daraufhin um bis zu 7,1 % auf 655,70 Euro – der stärkste Einbruch seit April. Im Jahresvergleich beträgt das Minus bereits 33 %.

Handelskonflikte belasten Margen und Ausblick

Finanzchef Roger Dassen warnte vor potenziellen Zöllen auf neue Systeme und Ersatzteile für den US-Markt. Diese könnten die Bruttomarge negativ beeinflussen – ebenso wie mögliche Gegenmaßnahmen anderer Länder. Aktuell sind Halbleiter von US-Zöllen ausgenommen, doch die Unsicherheit über die Einstufung von Chipmaschinen wächst.

Solide Auftragslage trotz rückläufiger Prognose

Für das dritte Quartal prognostiziert ASML einen Umsatz zwischen 7,4 und 7,9 Milliarden Euro, bei einer erwarteten Jahressteigerung von 15 %. Die Neuaufträge im zweiten Quartal lagen mit 5,5 Milliarden Euro deutlich über den Analystenschätzungen von 4,8 Milliarden Euro. Diese Kennzahl gilt als Vorbote für kommende Umsätze, wird aber ab 2026 nicht mehr veröffentlicht.

Künstliche Intelligenz bleibt Wachstumsmotor

Trotz des gedämpften Ausblicks setzt ASML auf die starke Nachfrage im KI-Bereich. „Die Fundamentaldaten unserer KI-Kunden bleiben stabil“, so Fouquet. ASML profitiert als einziger Hersteller von EUV-Lithografiemaschinen maßgeblich vom Ausbau globaler Rechenzentren. Diese Technologie ist entscheidend für die Herstellung modernster Chips von Nvidia.

China bleibt zweischneidiges Schwert

Der Markt in China ist für ASML weiterhin bedeutend – trotz zahlreicher Exportbeschränkungen. Während fortschrittlichste Maschinen dort nie verkauft werden durften, wurde zuletzt auch der Export weniger komplexer Systeme limitiert. Gleichzeitig planen Nvidia und AMD nach US-Zusagen die Wiederaufnahme des Chipverkaufs nach China – ein möglicher Hoffnungsschimmer für ASML.

Wettbewerb um Investitionen verschärft sich

Während ASML seine Monopolstellung bei der Chip-Lithografie langfristig sichern dürfte, steigt der Konkurrenzdruck in angrenzenden Segmenten wie Packaging, Ätzen und Deposition. Analyst Ben Barringer kommentierte: „Es wird noch Jahre dauern, bis die Branche wieder konsequent auf Chipverkleinerung setzt – erst dann profitiert ASML wieder voll.“

Bewertung unter Druck, aber Potenzial bleibt

Mit einem durchschnittlichen Kursziel von 760 Euro liegt das erwartete Potenzial bei rund 11 % über dem aktuellen Niveau. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 28 deutlich unter dem 5-Jahres-Schnitt von 34. Im Vergleich zum Branchenindex notiert ASML weiterhin auf Bewertungsniveaus nahe dem Dekadentief.

Bn-Redaktion/ts
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