Drastische Schritte

Intel vor Aufspaltung? 08.09.2024, 13:13 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Intel in der Krise: Radikale Schritte auf dem Prüfstand

Der angeschlagene Halbleitergigant Intel prüft derzeit verschiedene Optionen, um seine wirtschaftliche Schieflage zu bewältigen. Insidern zufolge stehen sowohl eine Aufspaltung des Unternehmens als auch eine Reduzierung der Expansionspläne zur Debatte. Zudem werden mögliche Fusionen und Übernahmen untersucht, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Dabei greifen Intels langjährige Banken, Morgan Stanley und Goldman Sachs, auf verschiedene Szenarien zurück, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Aufspaltung und Fusionen im Fokus

Während drastische Schritte wie eine Aufspaltung im Raum stehen, könnten auch weniger einschneidende Maßnahmen, wie der Aufschub geplanter Expansionsprojekte, in Betracht kommen. Diese Optionen sollen im September dem Vorstand vorgestellt werden, allerdings befinden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium. Die Aktie von Intel reagierte positiv auf die Berichte und stieg zuletzt um 9,3 Prozent auf 22 Dollar. Trotz dieses Anstiegs bleibt der Aktienkurs jedoch deutlich unter den Höchstständen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren erreicht hatte.

Dramatischer Wertverlust und Stellenabbau

Noch im Januar 2024 lag der Börsenwert von Intel bei fast 200 Milliarden Dollar, inzwischen ist er auf rund 85 Milliarden Dollar gefallen. Dieser massive Einbruch spiegelt die anhaltenden Probleme wider: Allein im letzten Quartal verzeichnete Intel einen Milliardenverlust, und Analysten erwarten auch für das kommende Jahr rote Zahlen. Als Reaktion darauf kündigte CEO Pat Gelsinger den Abbau von etwa 15.000 Arbeitsplätzen an, um die Betriebskosten zu senken und mehr als 10 Milliarden Dollar einzusparen.

Radikale Einsparungen und Dividendenstopp

Gelsinger betonte in einem internen Schreiben die Notwendigkeit, die Kostenstruktur des Unternehmens zu optimieren. „Unsere Kosten sind zu hoch, unsere Margen zu niedrig“, erklärte er. Als Teil dieser Maßnahmen wird die Dividendenzahlung ab dem nächsten Quartal ausgesetzt, um die finanziellen Mittel in die Kerngeschäfte zu reinvestieren.

Intel könnte sich von Foundry-Geschäft trennen

Eine mögliche Abspaltung oder ein Verkauf des Foundry-Geschäfts wäre eine bedeutende strategische Wende für Intel. Das Unternehmen, das bislang vor allem eigene Chips entwickelt hat, sieht sich in diesem Segment zunehmend unter Druck. Marktführer TSMC baut seine Kapazitäten weiter aus und stellt damit eine ernsthafte Konkurrenz dar. Insbesondere das geplante Werk in Magdeburg, für das noch Genehmigungen ausstehen, könnte von den neuen Sparmaßnahmen betroffen sein.

Qualcomm zeigt Interesse

Gerüchten zufolge könnte Qualcomm an einer Übernahme von Teilen des Chipdesign-Geschäfts von Intel interessiert sein, insbesondere am PC-Designsegment. Weder Intel noch Qualcomm wollten diese Spekulationen kommentieren, doch eine solche Transaktion könnte das angeschlagene Unternehmen weiter destabilisieren.

Fortgesetzter Kursverfall

Trotz kurzfristiger Zugewinne bleibt die Intel-Aktie auf Talfahrt. Am vergangenen Freitag fiel der Kurs erneut um 2,6 Prozent und landete bei 18,89 US-Dollar. Investoren warten gespannt auf konkrete Maßnahmen, doch bisher lässt Intel klare Ankündigungen vermissen.

Interne Fertigungssparte vor dem Aus?

In einer weiteren besorgniserregenden Entwicklung scheint Intel die eigene Fertigungssparte zunehmend zu vernachlässigen. Statt der ursprünglich geplanten internen Produktion der neuen Arrow-Lake-Prozessoren soll nun der Technologieführer TSMC diese Aufgabe übernehmen. Zwar spart Intel durch diese Maßnahme rund eine halbe Milliarde US-Dollar, doch das Eingeständnis technologischer Rückstände wirft Fragen zur Zukunft der Fertigung bei Intel auf.

Intel unter Druck – Ausblick bleibt düster

Die Herausforderungen für Intel sind enorm, und die Aktie ist angesichts der unklaren Zukunftsperspektiven aktuell wenig attraktiv. Alternativen wie AMD, Nvidia oder Qualcomm erscheinen sowohl aus produktseitiger als auch aus fertigungstechnischer Sicht deutlich aussichtsreicher.

Bn-Redaktion/ts
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