Evotec Prognose gekappt

Rettet der „Priority Reset“? 04.09.2025, 17:26 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Chemielabor
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Evotec 5,548 EUR +0,14 % Lang & Schwarz

Prognosebruch im Juli – und keine Entwarnung zur Halbzeit

Bei Evotec hat sich die Stimmung am Kapitalmarkt spürbar abgekühlt. Seit der überraschenden Prognosesenkung im Juli steht der Hamburger Wirkstoffforscher massiv unter Druck. Anleger hadern mit der strategischen Ausrichtung und fragen sich zunehmend, ob das Management unter CEO Dr. Christian Wojczewski in der Lage ist, die operative Trendwende einzuleiten.

Der Bruch mit der bisherigen Umsatzprognose – veröffentlicht am 21. Juli per Ad-hoc-Mitteilung – war der Wendepunkt. Statt der ursprünglich anvisierten 840 bis 880 Millionen Euro erwartet Evotec für das Geschäftsjahr 2025 nur noch 760 bis 800 Millionen Euro Umsatz. Als Begründung nennt das Unternehmen einen ungünstigen Umsatzmix und ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld.

Die Mitte August vorgelegten Halbjahreszahlen bestätigten den Abwärtstrend. Der Gesamtumsatz fiel um fünf Prozent auf 371,2 Millionen Euro. Besonders hart traf es das Kerngeschäft im Bereich „Discovery & Preclinical Development“, das einen Rückgang von elf Prozent hinnehmen musste. Einziger Hoffnungsschimmer war die Biologika-Sparte, die um 16 Prozent zulegen konnte – allerdings reicht dieser Zuwachs nicht aus, um die Schwäche in anderen Bereichen zu kompensieren.

Strategiewechsel mit Risiko: Der „Priority Reset“ soll neue Stabilität bringen

Um gegenzusteuern, setzt das Unternehmen auf einen strategischen Neustart. Unter dem Titel „Priority Reset“ laufen umfassende Umstrukturierungen, die Effizienz und Profitabilität wieder in den Fokus rücken sollen. Das Ziel: Ein schlankeres, kapitaleffizienteres Geschäftsmodell.

Ein zentrales Element dieser Strategie ist der geplante Verkauf der J.POD-Produktionsanlage in Toulouse an den Pharmapartner Sandoz. Der angestrebte Verkaufspreis liegt bei rund 300 Millionen US-Dollar. Mit dem Deal will Evotec die Bilanz entlasten und finanzielle Spielräume zurückgewinnen.

Trotz der schwierigen Marktlage hält das Management an der Gewinnprognose für das bereinigte EBITDA fest: Zwischen 30 und 50 Millionen Euro sollen es 2025 werden. Das deutet darauf hin, dass erste Kostensenkungsmaßnahmen Wirkung zeigen – doch die Anleger bleiben bislang skeptisch.

Kurs unter Druck – Anleger warten auf belastbare Signale

Auch die Entwicklung der Aktie spiegelt das fragile Vertrauen wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier über 30 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,40 Euro ist der aktuelle Kurs mehr als 44 Prozent entfernt. Zudem notiert die Aktie unter sämtlichen relevanten gleitenden Durchschnitten – ob auf 50-, 100- oder 200-Tage-Basis.

Die zentrale Frage bleibt daher offen: Gelingt es dem neuen Managementteam, das Vertrauen zurückzugewinnen und mit dem „Priority Reset“ eine nachhaltige operative Wende einzuleiten? Die kommenden Quartalszahlen im November könnten zur ersten echten Bewährungsprobe werden. Dann wird sich zeigen, ob die strategischen Maßnahmen bereits greifen – oder ob die Talfahrt weitergeht.

Bn-Redaktion/aw
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