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Fett weg, Kurs weg?

Novo Nordisk vor der nächsten Diät 28.05.2026, 19:44 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Novo Nordisk mit dänischer Flagge
© Bild: iStock.com/Victor Golmer
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Novo Nordisk 39,32 EUR +2,26 % Lang & Schwarz

Milliardenmarkt jenseits der Abnehmspritze

Während sich viele Anleger auf Ozempic und Wegovy konzentrieren, arbeitet Novo Nordisk längst an weiteren Wachstumsfeldern. Besonders im Fokus steht derzeit die Behandlung chronischer Entzündungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auf einem europäischen Fachkongress präsentierte das Unternehmen neue Daten aus der POSEIDON-Studie mit fast 19.000 Patienten aus 18 Ländern. Demnach leiden zwei von fünf Hochrisikopatienten trotz bestehender Therapien weiterhin unter gefährlich erhöhten Entzündungswerten.

Damit adressiert Novo Nordisk einen potenziellen Milliardenmarkt. Herzgesellschaften in Europa und den USA haben entsprechende Entzündungsmarker bereits in ihre Leitlinien aufgenommen. Parallel rückt auch der Bereich MASH stärker in den Fokus. Die chronische Lebererkrankung betrifft weltweit Millionen Menschen mit starkem Übergewicht und könnte sich zu einem weiteren Wachstumsmarkt entwickeln.

Wegovy-Pille verschafft Vorsprung

Gleichzeitig stärkt Novo Nordisk seine Position im boomenden Markt für orale Abnehmtherapien. Die Wegovy-Pille erhielt zuletzt grünes Licht in der Europäischen Union. Zusätzlich wurde eine neue Hochdosis-Version mit 7,2 Milligramm zugelassen. In Studien erreichte diese Variante einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von über 20 Prozent.

Im direkten Vergleich scheint Novo Nordisk derzeit sogar leichte Vorteile gegenüber Eli Lilly zu besitzen. Die oral verabreichte Wegovy-Version kam früher auf den Markt als das Konkurrenzprodukt Foundayo. Zudem lagen die Gewichtsverluste in klinischen Studien mit durchschnittlich 13,6 Prozent über den bislang bekannten Daten von Foundayo mit 11,1 Prozent.

Konkurrenzdruck bleibt hoch

Trotzdem bleibt die Lage angespannt. In Brasilien wurde inzwischen erstmals eine generische Ozempic-Version zugelassen. Das Präparat Ozivy soll rund 30 Prozent günstiger angeboten werden. Auch Indien und Kanada öffnen sich zunehmend für günstigere Semaglutid-Produkte. In Europa und den USA schützt der Patentschutz Novo Nordisk zwar noch mehrere Jahre, langfristig wächst jedoch der Druck.

Vor allem Eli Lilly gilt weiterhin als stärkster Rivale. Der US-Konzern überzeugte zuletzt mit enormem Umsatzwachstum. Allein Zepbound erzielte zuletzt Erlöse von rund 3,9 Milliarden Euro, während Mounjaro sogar auf etwa 8,1 Milliarden Euro kam. Zusätzlich verfügt Eli Lilly über eine breiter aufgestellte Medikamentenpipeline in Bereichen wie Alzheimer, Krebs und Immunologie.

Analysten streiten über das Potenzial

Besonders kritisch bleibt Bernstein Research. Zwar erhöhte das Analysehaus das Kursziel für Novo Nordisk auf 26,80 Euro, sieht damit aber weiterhin ein Abwärtspotenzial von rund 30 Prozent. Die Experten warnen vor sinkenden Margen, wachsendem Preisdruck und einem möglichen Verlust von Marktanteilen an Eli Lilly.

Andere Analysten sehen dagegen Chancen. Im Durchschnitt liegt das Kursziel aktuell bei rund 41,50 Euro. Charttechnisch bleibt vor allem die Zone um 42 Euro entscheidend. Dort verläuft die viel beachtete 200-Tage-Linie. Sollte die Aktie diesen Bereich nachhaltig überwinden, könnte sich das Bild deutlich aufhellen.

Novo Nordisk baut am Comeback

Fundamental bleibt Novo Nordisk einer der wichtigsten Akteure im weltweiten Markt für Diabetes- und Adipositas-Therapien. Schätzungen zufolge könnte allein der US-Markt für Abnehmmedikamente bis 2036 auf fast 88 Milliarden Euro wachsen. Davon dürfte ein erheblicher Anteil auf orale Therapien entfallen.

Die Aktie hat sich zuletzt deutlich von ihren Tiefständen gelöst und zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Gleichzeitig arbeitet der Konzern daran, sich breiter aufzustellen und unabhängiger vom klassischen GLP-1-Geschäft zu werden. Genau darin sehen viele Marktbeobachter derzeit die größte Chance für ein mögliches Comeback der Novo-Nordisk-Aktie.

Bn-Redaktion/tb
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