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Überraschende Studienergebnisse

Hat BioNTech den nächsten Blockbuster? 28.05.2026, 20:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

scientists working in the lab
© BioNTech Mediaroom

Onkologie rückt ins Zentrum

Lange galt BioNTech vor allem als großer Gewinner der Corona-Pandemie. Inzwischen verändert sich das Bild deutlich. Das Unternehmen investiert Milliarden in die Entwicklung neuer Krebsmedikamente und verfügt trotz hoher Verluste weiterhin über liquide Mittel von 16,8 Milliarden Euro. Im Fokus stehen aktuell mehr als 25 klinische Studien der Phase 2 und 3, darunter 13 zulassungsrelevante Programme. Besonders wichtig dürfte die Präsentation neuer Daten auf der weltgrößten Krebskonferenz ASCO in Chicago werden. Dort stehen unter anderem die Wirkstoffkandidaten Pumitamig und Gotistobart im Mittelpunkt.

70 Prozent Ansprechrate sorgt für Aufmerksamkeit

Vor allem Pumitamig sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Der gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelte Antikörper greift gleichzeitig PD-L1 und VEGF-A an und verfolgt damit einen doppelten Therapieansatz. In der ROSETTA-Lung-02-Studie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wurde eine Gesamtansprechrate von 70 Prozent sowie eine Krankheitskontrollrate von 100 Prozent erreicht. Damit liegen die bisherigen Ergebnisse über vergleichbaren Daten von Pfizer. Auch Gotistobart liefert vielversprechende Signale. Der Anti-CTLA-4-Wirkstoff zeigte bei platinresistentem Eierstockkrebs anhaltende Wirkung und das ohne Chemotherapie. Anleger hoffen nun darauf, dass die ASCO-Daten die Skepsis am Markt reduzieren.

UBS hebt Kursziel deutlich an

Für zusätzlichen Rückenwind sorgt eine neue Einschätzung der UBS. Die Schweizer Großbank hat BioNTech von Neutral auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 117 auf 135 US-Dollar angehoben. Analyst David Dai sieht die Aktie an einem Wendepunkt und erwartet, dass kommende Studiendaten die Zweifel vieler Investoren widerlegen könnten. Andere Analysten bleiben allerdings vorsichtig. Bernstein verweist weiterhin auf hohe Risiken bei PD-L1- und VEGF-Programmen und sieht die Umsatzpotenziale der Pipeline deutlich unter den aktuellen Markterwartungen. Damit bleibt die Bewertung stark abhängig vom Erfolg der klinischen Studien.

Umbau belastet kurzfristig

Parallel zur Forschung läuft bei BioNTech ein tiefgreifender Konzernumbau. Bis zu 1.860 Stellen werden gestrichen, mehrere Produktionsstandorte sollen geschlossen werden. Gleichzeitig bereiten die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci ihren Abschied bis Ende 2026 vor. Der Markt reagierte auf diese Nachricht zeitweise mit deutlichen Kursverlusten. BioNTech will sich künftig konsequent auf Onkologie konzentrieren und erwartet durch die Restrukturierung ab 2029 Einsparungen von rund 500 Millionen Euro jährlich. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1 Milliarde US-Dollar soll zusätzlich Vertrauen schaffen.

Aktie vor entscheidender Phase

Charttechnisch bleibt die Lage spannend. Die Aktie bewegt sich aktuell im Bereich zwischen 80 und 90 US-Dollar und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von mehr als 120 US-Dollar. Gleichzeitig hat sich dieser Bereich in der Vergangenheit mehrfach als stabile Unterstützungszone erwiesen. Sollte die ASCO-Konferenz starke Daten liefern, könnte sich der Blick schnell wieder in Richtung 100 bis 110 US-Dollar richten. BioNTech bleibt damit ein Wert mit erhöhtem Risiko, aber auch mit erheblichem Potenzial, falls die Onkologie-Pipeline den erhofften Durchbruch schafft.

Bn-Redaktion/tb
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