Gold unter Druck

Öl und Renditen bremsen 23.07.2026, 16:29 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Gold
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Symbolbild von Zlaťáky.cz auf Unsplash
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Gold 4.058,60 USD -1,74 % L&S Exchange

Warum Öl und US-Renditen den sicheren Hafen ausbremsen

Der Goldpreis gerät am Donnerstag deutlich unter Druck. Das Edelmetall verliert 2,08 Prozent und fällt auf 4.048,90 US-Dollar. Damit gibt Gold einen großen Teil der Erholung vom Vortag wieder ab. Am Mittwoch hatte der Preis noch bei 4.135,00 US-Dollar geschlossen. Ausschlaggebend für den Rückgang sind vor allem steigende Ölpreise und höhere Renditen am US-Anleihemarkt.

Obwohl geopolitische Spannungen Gold häufig stützen, fällt die Reaktion diesmal anders aus. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten sorgt zwar für erhöhte Unsicherheit, gleichzeitig verstärkt sie jedoch die Sorgen vor neuen Inflationsrisiken. Diese Entwicklung belastet das zinslose Edelmetall spürbar.

Nahost-Konflikt lässt den Ölpreis kräftig steigen

Im Mittelpunkt der Marktbewegung steht die Lage im Iran. Das US-Militärkommando Centcom bestätigte am Mittwoch Angriffe auf militärische Ziele im Land. Nach Angaben des Kommandos sollen die Operationen dazu beitragen, die Bedrohung für Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu verringern.

Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportwegen für den internationalen Ölhandel. Entsprechend sensibel reagieren die Energiemärkte auf jede Verschärfung der Lage. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI steigt um rund 4,5 Prozent auf etwa 90,76 US-Dollar.

Für den Goldmarkt entsteht dadurch eine ungewöhnliche Konstellation. Geopolitische Konflikte erhöhen normalerweise die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen. Gleichzeitig treibt der kräftige Ölpreisanstieg jedoch die Inflationserwartungen nach oben. Diese Inflationssorgen beeinflussen wiederum die Erwartungen an die Geldpolitik der großen Notenbanken.

Höhere Renditen setzen das zinslose Edelmetall unter Druck

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat sich oberhalb von 4,57 Prozent etabliert. Für Gold ist diese Entwicklung relevant, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen oder Ausschüttungen bietet. Steigen die Renditen sicherer Staatsanleihen, erhöht sich der relative Vorteil verzinslicher Anlagen.

Damit gerät Gold von zwei Seiten unter Druck: Der höhere Ölpreis nährt die Befürchtung, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte. Gleichzeitig wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weniger schnell lockert als zuvor angenommen. Höhere Zinsen über einen längeren Zeitraum stärken zudem häufig den US-Dollar, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuern kann.

Im frühen Handel fiel der Goldpreis zeitweise bis auf 4.041,53 US-Dollar. Die Bewegung zeigt, wie stark der Markt derzeit auf Veränderungen bei Inflation, Zinserwartungen und geopolitischen Risiken reagiert.

Zentralbanken sorgen weiter für stabile Nachfrage

Ungeachtet der kurzfristigen Schwankungen bleibt die Nachfrage großer institutioneller Käufer ein wichtiger Faktor. Daten des World Gold Council zufolge lagen die Nettokäufe der Zentralbanken im Mai nahe an Rekordwerten.

Auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben hoch. In einer aktuellen Umfrage gaben 89 Prozent der befragten Notenbanken an, innerhalb der nächsten zwölf Monate mit einem weiteren Anstieg ihrer Goldreserven zu rechnen. Viele Zentralbanken nutzen Gold zur Diversifikation ihrer Währungsreserven und zur Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Währungen.

Private Investoren aus westlichen Märkten zeigen sich dagegen bislang zurückhaltender. Marktbeobachter verfolgen daher aufmerksam, ob sich die Nachfrage dieser Anlegergruppe in den kommenden Monaten verändert.

Zusätzliche Impulse könnten nun von neuen US-Konjunkturdaten kommen. Im Fokus stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Konjunkturindex der Chicago Fed. Beide Veröffentlichungen liefern Hinweise auf die Stabilität der US-Wirtschaft und könnten die Erwartungen an die weitere Geldpolitik beeinflussen. Besonders aufmerksam dürften Marktteilnehmer beobachten, wie sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen und der Ölpreis nach dem jüngsten Anstieg entwickeln.

Bn-Redaktion/aw
Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

16:50 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

16:35 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

13:45 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 17:56 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 16:42 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 16:19 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer