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KWS Saat verfehlt Erwartungen und bricht ein 23.09.2026, 10:00 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
KWS SAAT 71,35 EUR -8,64 % Lang & Schwarz

KWS Saat verliert zur Wochenmitte 6,9 Prozent auf 72,70 Euro. Zum Handelsstart war der Abschlag mit rund elf Prozent zeitweise noch deutlich größer, das Tagestief lag bei 69,60 Euro. Der Saatgutkonzern aus Einbeck hat mit seinen Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 die Markterwartungen verfehlt.

Weniger Rüben und Mais drücken den Umsatz

Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz um 3 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zurück, organisch – also ohne Währungs- und Portfolioeffekte – um 1 Prozent. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen geringere Anbauflächen bei Zuckerrüben und Mais. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank um 2,1 Prozent auf 343,1 Millionen Euro. Die ausgewiesene EBITDA-Marge von 21,1 Prozent enthält einen Sondereffekt von 29 Millionen Euro aus dem Verkauf von Lizenzrechten im Zuge der Veräußerung des nordamerikanischen Maisgeschäfts. Bereinigt fiel die Marge von 20,4 auf 19,3 Prozent.

Unter dem Strich stieg der Gewinn dagegen auf 158,4 Millionen Euro nach 140 Millionen Euro im Vorjahr, getragen vor allem von einem deutlich verbesserten Finanzergebnis. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 4,24 auf 4,80 Euro. Die Nettoverschuldung baute KWS von 61,6 auf 8,7 Millionen Euro nahezu vollständig ab. Die Dividende soll um fünf Cent auf 1,30 Euro je Aktie steigen.

Prognose bleibt hinter dem Konsens zurück

Für 2026/27 stellt der Vorstand ein organisches Umsatzplus von rund 3 Prozent in Aussicht – das untere Ende des Zielkorridors, der bis 2028 ein jährliches Wachstum von 3 bis 5 Prozent vorsieht. Voraussetzung dafür seien sich erholende Agrarmärkte. Die EBITDA-Marge soll zwischen 19 und 20 Prozent liegen. Das Management verweist auf ein weiterhin angespanntes Umfeld für die Landwirtschaft, geprägt von Wetterextremen, wachsendem Krankheitsdruck und schwankenden Agrarpreisen.

Die Baader Bank wertete die Resultate in einer ersten Reaktion als schwach, der an sich solide Ausblick liege unter den Konsensschätzungen. An ihrer Einstufung „Add“ mit einem Kursziel von 85 Euro hielt das Institut dennoch fest – dies ist eine externe Einschätzung und keine redaktionelle Empfehlung.

Kursrally seit Juni verschärft die Reaktion

Dass der Rückgang so kräftig ausfällt, dürfte auch mit dem jüngsten Lauf der Aktie zusammenhängen: Vom Zwischentief Mitte Juni bis zum Dienstagsschluss hatte das Papier rund ein Fünftel zugelegt. Auf Jahressicht liegt es trotz des heutigen Abschlags noch gut 14 Prozent im Plus, gegenüber dem Stand von vor einer Woche jedoch knapp 6 Prozent im Minus. Der Nebenwerteindex SDAX, in dem KWS gelistet ist, gibt mit 0,2 Prozent auf rund 18.400 Punkte nur leicht nach.

Kurzfristig orientierte Anleger richten den Blick nun vor allem auf charttechnische Marken. Am Morgen verlief die 100-Tage-Linie im Bereich um 72,90 Euro, die 200-Tage-Linie bei etwa 71,50 Euro. Bereits vor dem regulären Handelsbeginn hatte Nutzer @Robin1001 eine Unterstützungszone um 70 Euro ausgemacht.

Unterstützung Euro 69,6 - 70,20

Tatsächlich fand der Kurs am Vormittag exakt am unteren Rand dieser Zone Halt: Vom Tagestief bei 69,60 Euro hat sich die Aktie inzwischen um gut drei Euro erholt. Ob sich die Stabilisierung fortsetzt, könnte maßgeblich davon abhängen, wie überzeugend KWS die angekündigte Rückkehr zum Wachstum in den kommenden Quartalen belegen kann.

Bn-Redaktion/sb
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