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Marktbericht

DAX verspielt Gewinne trotz Iran-Gesprächen 23.09.2026, 10:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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DAX 25.474,94 PKT -0,85 % Ariva Indikation

Der DAX hat seine Gewinne aus der Eröffnung am Mittwochvormittag vollständig abgegeben. Gegen 10 Uhr notierte der Leitindex bei rund 25.566 Punkten und damit etwa ein halbes Prozent unter seinem Eröffnungsniveau – obwohl die Ölpreise weiter nachgeben und die USA und der Iran erstmals seit Monaten wieder miteinander verhandeln.

Ölpreis unter 100 Dollar stützt nur kurz

Zum Handelsstart hatte die Diplomatie noch für Rückenwind gesorgt. Der DAX kletterte zunächst auf gut 25.750 Punkte und nahm damit das Vortageshoch bei 25.783 Zählern ins Visier. Hintergrund sind Gespräche zwischen Vertretern Washingtons und Teherans am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Der Iran hatte zuvor eine Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen in Aussicht gestellt.

Am Ölmarkt zeigt das Wirkung: Die Nordseesorte Öl (Brent) verbilligte sich im Wochenverlauf von knapp 109 auf gut 99 US-Dollar je Barrel und liegt damit wieder unter der viel beachteten 100-Dollar-Marke. In der Vorwoche hatte die Furcht vor einer längeren Blockade der Meerenge den Preis zeitweise bis in die Nähe von 110 Dollar getrieben und Inflationssorgen geschürt, die Notenbanken zu höheren Zinsen drängen könnten. Wie belastbar der diplomatische Fortschritt ist, bleibt allerdings unklar. Nutzer @HodlMan wollte am Vormittag wissen, ob in New York überhaupt noch verhandelt werde oder die iranische Delegation bereits wieder abgereist sei.

Rücksetzer bis auf den Vortagesschluss

Nach dem frühen Hoch setzte Verkaufsdruck ein. Vom Tageshoch aus gerechnet verlor der DAX knapp 190 Punkte und schloss dabei die Kurslücke zum Vortagesschluss von 25.578,85 Punkten. Nutzer @Funzel hielt fest, dass das erste Tief im Kassahandel mit 25.576 Punkten fast punktgenau an dieser Marke lag. Kurzfristig orientierte Anleger zeigten sich von der Wucht der Bewegung überrascht:

Was für ein Abverkauf ... die 25555 wäre die nächste Unterstützung. Da ist noch Luft nach unten.

Tatsächlich rutschte der Index im weiteren Verlauf noch etwas unter die Vortagesmarke. Einen technischen Hintergrund liefert der Dienstag: Bereits da war die Erholung exakt an der 50-Tage-Linie gescheitert, die den mittelfristigen Trend beschreibt, am Ende hatte der Index kaum verändert geschlossen. Charttechnisch orientierte Marktteilnehmer werten diese Linie weiterhin als zentrale Hürde.

Siltronic dreht nach Anteilsverkauf ins Plus

Bei den Einzelwerten stand Siltronic im Blick. Wacker Chemie hat seine Beteiligung am Hersteller von Halbleiter-Wafern weiter reduziert, vorbörslich hatten die Papiere daraufhin fast fünf Prozent unter dem Vortagesschluss notiert. Inzwischen hat sich das Bild gedreht: Siltronic legte zuletzt um 1,1 Prozent auf 79,25 Euro zu, Wacker Chemie gewann 2,3 Prozent auf 90,50 Euro.

Politische Unsicherheit bremst deutsche Aktien

Neben der Charttechnik belastet auch die Lage in Berlin. Bei der Consorsbank hieß es, die politische Unsicherheit in Deutschland halte internationale Investoren derzeit von deutschen Aktien fern. Nach den herben Wahlniederlagen der Regierungsparteien auf Landesebene verlange der Markt Gewissheit, dass die Stabilität auf Bundesebene gewahrt bleibe – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Bewertung.

Die Schwäche zieht sich durch die Indexfamilie: Der MDAX der mittelgroßen Werte, der zum Start noch zugelegt hatte, gab um 0,65 Prozent auf rund 31.465 Punkte nach. Auch der Euro Stoxx 50 notierte 0,2 Prozent im Minus. Die Vorgaben aus den USA waren dagegen freundlich: Der technologielastige Nasdaq 100 war am Dienstag erstmals seit Juni auf ein Rekordhoch gestiegen.

Für den weiteren Handelsverlauf dürfte vor allem entscheidend sein, ob aus New York belastbare Signale zu den Iran-Gesprächen kommen. Zusätzliche Impulse könnte der dreitägige Staatsbesuch von Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington liefern, bei dem unter anderem der Zoll- und Handelsstreit beider Länder auf der Agenda stehen dürfte.

Bn-Redaktion/sb
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