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Halbjahreszahlen

Pyrum dreht nach Prognosesenkung ins Plus 23.09.2026, 09:33 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Pyrum Innovations 28,50 EUR +9,62 % Lang & Schwarz

Pyrum Innovations legt am Mittwochmorgen 3,0 Prozent auf 27,10 Euro zu. Dabei hatte der Recycler aus Dillingen am Vorabend seine Jahresprognose gekappt, in der Frühe rutschte das Papier zeitweise bis auf 23,70 Euro ab. Mit den Halbjahreszahlen meldete das Unternehmen nun zusätzlich eine Förderzusage für ein Projekt in Schweden.

Engpass in der neuen Anlage bremst den Hochlauf

Auslöser der Prognosesenkung ist die neue Mahl- und Pelletieranlage am Stammsitz im Saarland. Nach Umbaumaßnahmen schafft sie derzeit bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde, vom Hersteller garantiert sind 1.650 Kilogramm. Der Engpass liegt nach Unternehmensangaben bei der Förderung des gemahlenen Materials aus den Silos in die nachgelagerten Prozessschritte. Der Lieferant arbeitet an technischen Lösungen, Pyrum rechnet derzeit mit einer Verzögerung von wenigen Wochen.

Für 2026 erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von 4,2 bis 5,3 Millionen Euro statt zuvor 6,5 bis 9,5 Millionen Euro. Die Gesamtleistung sieht Pyrum bei 11,0 bis 14,0 Millionen Euro (bisher 12,0 bis 18,0 Millionen Euro). Beim Konzern-EBIT kalkuliert der Vorstand mit einem Minus von 10,0 bis 12,5 Millionen Euro, nach zuvor 8,0 bis 10,5 Millionen Euro Verlust.

Umsatz wächst, Liquidität schrumpft

Im ersten Halbjahr stiegen die Umsatzerlöse um rund 38 Prozent auf 1,74 Millionen Euro, blieben wegen des verzögerten Hochlaufs aber hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Gesamtleistung sank auf 3,79 Millionen Euro nach 6,71 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag bei minus 4,36 Millionen Euro und damit auf dem um Investitionszuschüsse bereinigten Vorjahresniveau. Unter dem Strich stand ein Konzernverlust von 7,0 Millionen Euro. Die verfügbare Liquidität ging von 17,0 Millionen Euro zum Jahresende 2025 auf 6,1 Millionen Euro zum 30. Juni zurück.

Gerade der Mittelabfluss beschäftigt Aktionäre. Ein skeptischer Anleger rechnet bis etwa Ende 2027 mit weiteren technischen Unwägbarkeiten, anhaltendem Cash-Burn und möglichen Verwässerungen – eine persönliche Einschätzung, keine gesicherte Entwicklung.

Nachtschichten als Übergangslösung

Um einen Teil der fehlenden Mengen aufzuholen, darf Pyrum die Produktionszeit übergangsweise für zwei Monate von 16 auf 24 Stunden täglich ausweiten. Bis Ende September soll eine dritte Schicht stehen, damit die monatliche Produktion im vierten Quartal möglichst weit hochgefahren werden kann. Die bereits verlorene Produktionszeit lässt sich so aber nicht vollständig aufholen, zudem verursacht die Nachtarbeit höhere Betriebskosten.

Genau dieser Punkt rückt bei Investoren in den Fokus: Mit der zusätzlichen Schicht sei zwar eine vergleichbare Tagesleistung erreichbar, allerdings zu höheren Kosten. Den Anstieg auf 1.250 Kilogramm pro Stunde werten Aktionäre dennoch als wesentlichen Fortschritt, auch wenn das Zielniveau weiter verfehlt wird.

Förderzusage für Werk in Schweden

Aus Skandinavien meldet Pyrum Fortschritte. Der schwedische Projektpartner GreenTech Recycling Tires AB hat Mitte September eine Förderzusage über 24 Millionen Euro erhalten. Gemeinsam planen beide Unternehmen eine Thermolyseanlage mit einer Kapazität von 22.700 Tonnen Altreifen pro Jahr. Das Unternehmen erwartet, dass das Projekt spätestens im ersten Quartal 2027 Fahrt aufnimmt. Nutzer @MarkSchmidt15 ordnete die Gemengelage so ein:

Die Zahlen waren nicht positiv. 24 Millionen Förderzusage sind sehr positiv. Dass der Hersteller 1650kg/h „garantiert“ finde ich auch sehr positiv.

Neben dem Produktgeschäft soll auch der Anlagenbau Geld einbringen. Ende August unterzeichnete Pyrum den ersten Anlagenkaufvertrag mit seinem tschechischen Partner, im Mai hatte Continental zudem das in der neuen Anlage hergestellte recycelte Carbon Black freigegeben. User @Krösus1 verweist darauf, dass der Mittelabfluss mit voll ausgelasteter Anlage eigentlich hätte enden sollen und die Einnahmen aus Anlagenverkäufen diesen Effekt teilweise abfedern könnten.

Auf Wochensicht liegt die Aktie trotz der Erholung rund 14 Prozent im Minus, vor einer Woche notierte sie noch bei 31,50 Euro. Wie sich der Kurs weiter entwickeln könnte, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell der Lieferant den Engpass in Dillingen behebt. Weitere Details könnte der Webcast des Managements am Mittwochvormittag liefern.

Bn-Redaktion/sb
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