Jetzt rücken Nvidia, neue Rechner und Großpartnerschaften in den Fokus
Lenovo kann einen juristischen Streit mit dem Konkurrenten Asus offenbar hinter sich lassen. Gleichzeitig stehen beim Technologiekonzern wichtige Produktstarts und neue Partnerschaften auf der Agenda. Besonders die für Oktober geplanten Windows-Systeme mit neuer Nvidia-Technologie rücken dabei in den Mittelpunkt. Hinzu kommen Kooperationen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Sport, mit denen Lenovo sein Geschäft über den klassischen PC-Markt hinaus erweitert.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom 17. September hat Lenovo bei einem Bundesgericht in Kalifornien die Abweisung seiner Patentverletzungsklage gegen Asus beantragt. Bemerkenswert ist dabei der Zusatz "with prejudice". Damit ist ausgeschlossen, dass Lenovo dieselben Ansprüche in dieser Angelegenheit zu einem späteren Zeitpunkt erneut gerichtlich geltend macht.
Die Auseinandersetzung betraf verschiedene Zenbook-Modelle des taiwanischen Wettbewerbers. Lenovo hatte Asus vorgeworfen, insgesamt vier Patente zu verletzen. Die betreffenden Schutzrechte bezogen sich unter anderem auf Technologien für die drahtlose Kommunikation, diagonales Scrollen über Touchpads sowie spezielle Scharnierkonstruktionen bei Convertible-Laptops.
Mit der beantragten Abweisung fällt damit ein Patentverfahren weg, das unmittelbar das Kerngeschäft mit mobilen Computern berührte. Für Lenovo verschiebt sich die Aufmerksamkeit nun wieder stärker auf das operative Geschäft und die kommenden Produktgenerationen.
Nvidia-Technologie steht vor dem Start: Oktober wird für Lenovo wichtig
Ein wichtiger Termin steht bereits im Oktober bevor. Lenovo plant die Einführung neuer Windows-Rechner, die mit dem Grafik- und KI-Prozessor RTX Spark von Nvidia ausgestattet sein sollen. Nach Angaben von Nvidia gehören Lenovo und Acer zu den ersten beiden Herstellern, die Systeme auf Basis der neuen Chip-Generation an Kunden ausliefern werden.
Damit positioniert sich Lenovo frühzeitig bei einer Hardwaregeneration, die klassische Grafikleistung mit Anwendungen rund um künstliche Intelligenz verbindet. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie sich die Nachfrage nach den neuen Systemen nach dem Marktstart entwickelt und in welchem Umfang Lenovo von der Einführung der Nvidia-Plattform profitieren kann.
Der Produktstart fällt in eine Phase, in der die Lenovo-Aktie bereits eine deutliche Kursbewegung hinter sich hat. Aktuell wird das Papier bei 4,08 Euro gehandelt und befindet sich damit lediglich 3,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Beginn des laufenden Börsenjahres beläuft sich der Kursanstieg auf 297 Prozent.
Nach einer solchen Entwicklung gewinnen die kommenden operativen Kennzahlen zusätzlich an Bedeutung. Neben den Verkaufszahlen neuer Geräte dürften insbesondere die Nachfrage nach leistungsfähigen Computersystemen und die weitere Entwicklung des Produktportfolios im Mittelpunkt stehen.
Mehr als klassische PCs: Lenovo baut sein Partnernetzwerk aus
Parallel zum Hardwaregeschäft erweitert Lenovo seine Kooperationen. Am Montag vereinbarte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Schneider Electric. Im Zentrum steht die Plattform Lenovo 360 Circle, über die IT-Vertriebspartner Zugang zu Werkzeugen und Fachwissen für die Dekarbonisierung erhalten sollen.
Die Zusammenarbeit adressiert damit die steigenden Anforderungen von Geschäftskunden an das Nachhaltigkeitsmanagement ihrer IT-Infrastruktur. Für Lenovo eröffnet die Initiative zugleich die Möglichkeit, seine Beziehungen zu Vertriebspartnern um zusätzliche Dienstleistungen und Beratungsangebote zu ergänzen.
Das Unternehmen verbindet damit Hardware, Services und Nachhaltigkeit stärker miteinander. Gerade im Geschäft mit Unternehmenskunden kann dieser Ansatz relevant sein, da Beschaffung und Betrieb von IT-Systemen zunehmend auch unter Gesichtspunkten wie Energieverbrauch und Emissionsreduzierung betrachtet werden.
Vertrag bis 2030: Lenovo sichert sich langfristige Präsenz im asiatischen Sport
Eine weitere Partnerschaft stärkt Lenovos Position im asiatischen Raum. Am Sonntag wurde der Konzern zum offiziellen Partner für IT-Lösungen und Dienstleistungen des Olympic Council of Asia ernannt.
Der Technologievertrag läuft bis 2030 und umfasst die technische Unterstützung zukünftiger Sportveranstaltungen in der Region. Die langfristige Vereinbarung verschafft Lenovo damit über mehrere Jahre eine Plattform, um seine Technologien und Dienstleistungen bei großen Veranstaltungen einzusetzen.
Zusammen mit der Kooperation mit Schneider Electric und dem bevorstehenden Start der neuen Nvidia-basierten Windows-Systeme erweitert sich damit die operative Agenda des Konzerns. Während der Patentstreit mit Asus durch die beantragte Abweisung an Bedeutung verliert, stehen in den kommenden Monaten vor allem die Einführung der neuen Hardwaregeneration, deren Nachfrage sowie die Umsetzung der langfristig angelegten Partnerschaften im Mittelpunkt.