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Zinssorgen

Gold rutscht in Richtung der 4300-Dollar-Marke 23.09.2026, 14:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Gold 4.300,75 USD -1,30 % L&S Exchange

Gold steht am Mittwoch unter Druck: Eine Feinunze kostet am Nachmittag 4317 US-Dollar, ein Minus von 0,9 Prozent. Im Tagesverlauf rutschte der Preis zeitweise bis auf 4295 Dollar ab. Belastet wird das Edelmetall vor allem von einem festeren US-Dollar und wachsenden Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank.

Zinserwartungen stützen den Greenback

Die Federal Reserve hatte den Leitzins in der vergangenen Woche um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Ihre Projektionen deuten auf einen weiteren Schritt noch in diesem Jahr hin, zuletzt beschrieben Notenbankvertreter die wirtschaftliche Lage als eher robust. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 4,8 Prozent. Für Gold, das selbst keine laufenden Erträge abwirft, schmälert das die relative Attraktivität.

Parallel legt der Dollar zu: Der US-Dollar-Index notiert bei 100,54 Punkten und damit in der Nähe seines höchsten Stands seit zwei Monaten. Der Euro gibt im Gegenzug 0,3 Prozent auf 1,1410 Dollar nach. Ein starker Dollar verteuert in Dollar gehandelte Rohstoffe für Käufer außerhalb der USA.

Hinzu kommen die Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten nähren und die Nachfrage nach sicheren Häfen dämpfen. Viele Anleger sehen in dieser Gemengelage für Gold derzeit wenig Spielraum nach oben.

Upside ist einfach derzeit mit dem makroumfeld limitiert. Es ist jetzt ggf. wirklich eine Kunst, eine mögliche Einigung im Iran Konflikt zu handeln, das kann von jetzt auf gleich passieren. Restrisiko bleibt dennoch wie immer, dass es chaotisch bleibt.

Nutzer @Geduldsprobe fiel zudem auf, dass Käufer aus Asien in der Nacht weitgehend ausblieben – aus seiner Sicht eine Überraschung.

Platin-Prognose belastet Minenaktien

Noch deutlicher fällt der Rückgang bei anderen Edelmetallen aus. Silber verliert 2,8 Prozent auf 65,19 Dollar je Unze. Bei Platin wirkt zusätzlich eine Anfang September revidierte Marktprognose nach: Der World Platinum Investment Council (WPIC) rechnet für 2026 inzwischen mit einem Angebotsüberschuss von 265.000 Unzen, nachdem er zuvor ein weiteres Defizitjahr erwartet hatte. Hauptgrund sind Mittelabflüsse aus Platin-Investments im ersten Halbjahr. Die oberirdischen Bestände bleiben dennoch knapp und dürften Ende 2026 nur rund 3,4 Monate der Nachfrage abdecken.

Die südafrikanischen Produzenten geraten unter Verkaufsdruck: Impala Platinum fällt um 7,2 Prozent auf 10,68 Euro, Northam Platinum verliert 5,2 Prozent auf 14,50 Euro und Valterra Platinum gibt 3,6 Prozent auf 70,60 Euro ab. Bei Impala summiert sich das Minus im Wochenvergleich auf rund 13 Prozent.

Handelsspanne zwischen 4280 und 4380 Dollar

Trotz der Tagesverluste hat sich Gold im Wochenvergleich kaum bewegt: Vor einer Woche lag der Preis bei rund 4297 Dollar. Vom Zwölfmonatshoch bei gut 5550 Dollar ist das Edelmetall allerdings weit entfernt.

Kurzfristig orientierte Investoren richten den Blick auf die Spanne zwischen 4280 und 4380 Dollar, die @Rambo91 als maßgeblichen Korridor der vergangenen Tage beschreibt. Für @AktienAnna bleibt der übergeordnete Abwärtstrend intakt, solange Zinsen und Dollar steigen. User @Mahrt hält sogar einen Rücksetzer unter 4000 Dollar für möglich, bevor ein neuer Anstieg einsetzen könnte – eine persönliche Einschätzung, die keine Anlageberatung darstellt.

Entscheidend dürfte in den kommenden Tagen sein, ob neue US-Konjunkturdaten die Zinserwartungen weiter nach oben treiben. Eine Einigung im Iran-Konflikt könnte die Sicherheitsnachfrage zusätzlich schwächen, ein Scheitern der Gespräche dem Edelmetall dagegen wieder Auftrieb verleihen.

Bn-Redaktion/sb
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