Nike kämpft

Zölle und Krise drücken Gewinne 01.04.2026, 16:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Geopolitik trifft Bilanz: Warum steigende Ölpreise und der Irankrieg zum Risiko werden

Nike sieht sich mit wachsenden Unsicherheiten konfrontiert, die weit über das operative Geschäft hinausgehen. Finanzchef Matthew Friend (47) warnte vor „ungeplanten Schwankungen“, ausgelöst durch steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen im Zuge des Irankriegs. Diese Faktoren könnten sowohl die Kostenstruktur als auch das Konsumverhalten belasten. Das Unternehmen stellte daher sowohl für das laufende Quartal als auch für das gesamte Geschäftsjahr rückläufige Umsätze in Aussicht. Zusätzlich verschärfen hohe US-Einfuhrzölle die Margensituation, da ein Großteil der Produkte weiterhin in Asien gefertigt wird.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 stagnierte der Umsatz bei knapp 11,3 Milliarden Dollar. Während der Heimatmarkt stabilisierte, konnten Rückgänge in Europa und Asien nur teilweise ausgeglichen werden. Besonders ins Gewicht fiel China: Dort brach der Umsatz währungsbereinigt um 10 Prozent ein. Die unmittelbare Reaktion an der Börse folgte prompt – die Aktie verlor nachbörslich rund 9 Prozent.

China-Strategie auf dem Prüfstand: Bewusster Rückzug mit Nebenwirkungen

Für das laufende Quartal erwartet Nike einen Umsatzrückgang von 4 Prozent. Hauptursache ist ein prognostizierter Einbruch in China um 20 Prozent. Das Unternehmen verfolgt dort bewusst eine restriktivere Absatzstrategie, um Überbestände abzubauen und den Markt zu „bereinigen“. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Konkurrenz durch lokale Anbieter wie Anta und Li Ning, die Marktanteile gewinnen.

Währenddessen hat Adidas mit einer stärker lokal ausgerichteten Produktstrategie in China zuletzt wieder an Dynamik gewonnen. Die Kombination aus intensiver Konkurrenz, geopolitischer Unsicherheit und vorsichtiger Konsumstimmung verstärkt den Druck auf Nike zusätzlich.

Margen unter Druck: Zölle, Kosten und ein Lichtblick beim Gewinn

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Zollpolitik. Die gestiegenen Einfuhrabgaben auf Schuhe und Bekleidung drückten die Bruttomarge im dritten Quartal bereits zum sechsten Mal in Folge auf 40,2 Prozent nach zuvor 41,5 Prozent. Für das vierte Quartal stellte Finanzchef Friend einen weiteren Rückgang unter die 40-Prozent-Marke in Aussicht. Immerhin: Das Sommerquartal soll laut Unternehmen das letzte sein, in dem die Zolleffekte spürbar durchschlagen.

Trotz dieses Gegenwinds konnte Nike beim Gewinn positiv überraschen. Der Quartalsgewinn je Aktie lag bei 35 US-Cent und damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Auch der Umsatz übertraf leicht die Prognosen. Vorstandschef Elliott Hill (62) betonte Fortschritte bei der operativen Verbesserung: „In diesem Quartal haben wir bedeutende Schritte unternommen, um den Zustand und die Qualität unseres Geschäfts zu verbessern.“ Gleichzeitig stellte er klar, dass sich Fortschritte je nach Geschäftsbereich unterschiedlich schnell zeigen. „Die Arbeit ist noch nicht getan, aber die Richtung ist klar.“

Konkrete Prognosen für das Gesamtjahr sowie die mittelfristige Entwicklung will das Unternehmen erst im Herbst vorlegen.

Bn-Redaktion/aw
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