PepsiCo unter Druck

Milliardenfonds will Wende erzwingen 05.09.2025, 17:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Pepsi Dose
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PepsiCo 125,03 EUR +0,35 % Lang & Schwarz

Milliardenposition mit klarer Kampfansage

Am 2. September machte Elliott seine Position öffentlich: Rund zwei Prozent der Marktkapitalisierung hat der Hedgefonds in PepsiCo investiert – eines der größten Engagements in der Geschichte des Unternehmens. Eine 75-seitige Präsentation an den Vorstand zeigt: Es geht nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um grundlegende Veränderungen.

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt. Während der S&P 500 Consumer Staples Index zuletzt zulegen konnte, verlor die PepsiCo-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten rund 15 Prozent an Wert. Auch die Bewertung spricht eine klare Sprache: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 liegt PepsiCo 4,1 Punkte unter dem Branchendurchschnitt – ein historisch seltener Abschlag für einen Konzern mit einstigem Premium-Status.

Getränkesparte im Fokus – Refranchising nach Coca-Cola-Modell

Kern der Kritik ist die nordamerikanische Getränkesparte PBNA. Elliott spricht von chronischen Marktanteilsverlusten und verweist auf schwächere Margen im Vergleich zu Konkurrenten wie Coca-Cola oder Keurig Dr Pepper. Die vorgeschlagene Lösung: eine Refranchising-Strategie, wie sie Coca-Cola mit Erfolg umgesetzt hat.

Seitdem PepsiCo in den Jahren 2009 und 2010 eigene Abfüllanlagen übernahm, sei PBNA laut Elliott deutlich hinter dem Markt zurückgefallen. Im Segment der kohlensäurehaltigen Getränke liegt der Konzern mittlerweile nur noch auf Platz drei – hinter Dr Pepper. Für ein Unternehmen dieser Größe ein deutliches Warnsignal.

Auch die einstige Vorzeigesparte PepsiCo Foods North America (PFNA) gerät unter Druck. Die operative Marge fiel von 30 Prozent im Jahr 2019 auf nur noch 24 Prozent – ein Rückgang, der laut Elliott nicht allein durch externe Faktoren erklärbar ist. Der Fonds fordert eine umfassende organisatorische Neuausrichtung, um auf neue Konsumtrends, verschärften Wettbewerb und regulatorische Auflagen zu reagieren.

Investoren bleiben vorsichtig optimistisch

Offen konfrontiert PepsiCo die Forderungen bisher nicht. Stattdessen betont das Management einen aktiven und produktiven Dialog mit den Aktionären. Dass dabei bereits Weichen gestellt wurden, zeigen zwei jüngste Deals: eine fünfprozentige Beteiligung an Celsius, einem Hersteller von Energy-Drinks, sowie die knapp zwei Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Poppi, einem Anbieter präbiotischer Limonaden.

Die Maßnahmen deuten auf ein wachsendes Bewusstsein für veränderte Marktbedingungen hin. Analysten wie Evercore ISI sehen zumindest Potenzial: Das Kursziel wurde von 140 auf 150 US-Dollar angehoben. Der Konzern könne durch Automatisierung und Effizienzprogramme seine Produktivitätsmuskeln stärker spielen lassen, so die Einschätzung.

Ob die kommenden Quartalszahlen am 9. Oktober ein Wendepunkt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der Druck von außen steigt – und PepsiCo steht vor der größten strategischen Bewährungsprobe seiner jüngeren Geschichte.

Bn-Redaktion/aw
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