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Prognose gesenkt

Gerresheimer Aktie stürzt ab 29.06.2026, 18:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Pipette und Reagenzgläser
© Bild: iStock.com/s:deliormanli
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Name Aktuell Diff. Börse
Gerresheimer 27,14 EUR +4,95 % Tradegate

Prognose wird vorsichtiger

Gerresheimer erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nun Umsatzerlöse in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA Marge soll nur noch rund 17 bis 18 Prozent erreichen. Zuvor lag die Erwartung bei rund 18 bis 19 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, kundenseitige Projektverschiebungen und operative Herausforderungen.

Free Cashflow rutscht ins Minus

Besonders kritisch ist die neue Einschätzung beim freien Mittelzufluss. Gerresheimer rechnet für 2026 nun mit einem Free Cashflow vor M&A und Refinanzierungsaktivitäten von minus 50 bis minus 100 Millionen Euro. Zuvor war noch ein moderat positiver Free Cashflow erwartet worden. Für Anleger ist das ein wichtiges Warnsignal, weil freie Barmittel für Schuldenabbau, Investitionen und finanzielle Flexibilität entscheidend sind.

Aktie reagiert nervös

Die Börse reagierte zunächst uneinheitlich, am Ende überwog aber der Verkaufsdruck. Nach Veröffentlichung der Mitteilung stieg die Aktie zeitweise fast fünf Prozent auf mehr als 27 Euro. Später drehte der Kurs jedoch deutlich ins Minus und lag zuletzt rund acht Prozent niedriger bei weniger als 24 Euro. Die Reaktion zeigt, wie empfindlich der Markt derzeit auf neue Zweifel an der Planbarkeit des Geschäfts reagiert.

Centor Verkauf wird entscheidend

Gerresheimer hat zwar einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2025 erhalten. Gleichzeitig wird aber die Bedeutung des Verkaufs der US Tochter Centor Inc. und einer Refinanzierung für die künftige Finanzlage hervorgehoben. Der Abschluss der Centor Transaktion wird bis Ende des Geschäftsjahres 2026 erwartet. Zusätzlich wurde Lazard als Finanzberater für eine umfassende Refinanzierung mandatiert.

Analysten bleiben skeptisch

Auch die Analystenstimmung bleibt belastet. Nach aktuellen Daten liegt das durchschnittliche Kursziel bei 22,50 Euro. Von 20 erfassten Analysten empfehlen 3 die Aktie zum Kauf, 7 raten zum Halten und 10 zum Verkauf. Damit überwiegt derzeit klar die Vorsicht. Für Gerresheimer wird nun entscheidend, ob der Konzern den Centor Verkauf abschließt, die Refinanzierung sichert und den Free Cashflow wieder stabilisiert.

Bn-Redaktion/tb
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