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11 Milliarden Euro weg

Rheinmetall kämpft um Vertrauen 29.06.2026, 17:11 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Rheinmetall Headquarter
© Bild: iStock.com/Michael Derrer Fuchs
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Rheinmetall 971,20 EUR +3,09 % TTMzero RT

Absturz nach Fregattenentscheidung

Der jüngste Einbruch hängt eng mit dem Ende der Hoffnungen auf das F126 Fregattenprogramm zusammen. Rheinmetall hatte mit der Übernahme von NVL auf eine stärkere Rolle im Marinesegment gesetzt. Das Projekt dürfte nun aber nicht an NVL gehen, sondern durch ein neues Beschaffungsvorhaben mit acht MEKO A-200 Fregatten bei TKMS ersetzt werden. Das Gesamtvolumen wird mit rund 11,6 Milliarden Euro angegeben.

Projektverlust trifft die Strategie

Für Rheinmetall bedeutet die Entscheidung keinen direkten Umsatzrückgang, aber einen verpassten potenziellen Umsatzstrom über mehrere Jahre. Der mögliche Umfang wird auf rund 4 bis 10 Milliarden Euro geschätzt. Auch ein operativer Ergebnisbeitrag von rund 0,7 bis 1,1 Milliarden Euro hätte über die Laufzeit möglich sein können. Strategisch wiegt der Rückschlag schwer, weil das Marinesegment über NVL als neuer Wachstumspfeiler aufgebaut werden sollte.

Aktie sucht Halt bei 900 Euro

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Nach dem Fall auf 900 Euro konnte sich die Aktie zwar stabilisieren und notierte zuletzt zwischen 947,10 Euro beziehungsweise 974,90 Euro. Das Papier liegt damit aber weiterhin rund 52 Prozent unter dem 52 Wochen Hoch von 1.979,50 Euro. Ein Rutsch unter 900 Euro würde den seit Oktober 2025 prägenden Baissetrend bestätigen. Als mögliche Auffangzone gilt dann der Bereich von 830 bis 860 Euro.

DAX Gewicht bleibt wichtig

Trotz des Kurssturzes bleibt Rheinmetall ein Schwergewicht am deutschen Aktienmarkt. Der Börsenwert liegt bei 44,45 Milliarden Euro, die DAX Gewichtung bei 2,15 Prozent. Damit wirkt sich die Entwicklung der Aktie nicht nur auf Direktanleger aus, sondern auch auf ETFs, Indexfonds und strukturierte Produkte mit DAX Bezug. Das Handelsvolumen lag zuletzt bei 132.754 Aktien, nach 280.215 Papieren am vorausgehenden Handelstag.

Papperger setzt mögliches Signal

Für Aufmerksamkeit sorgt zugleich ein möglicher Aktienkauf von Armin Papperger im Wert von mehr als drei Millionen Euro. Eine Bestätigung steht jedoch noch aus. Analysten bleiben trotz Kurszielsenkungen überwiegend konstruktiv. Jefferies senkte das Kursziel von 1.890 auf 1.300 Euro, Warburg Research von zuvor höherem Niveau auf 1.500 Euro. Beide bleiben bei „Buy“. Für Anleger bleibt Rheinmetall damit ein Wert zwischen Vertrauenskrise, hoher Schwankung und weiterhin ambitionierten Mittelfristzielen.

Bn-Redaktion/tb
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