Rechtsrisiken belasten Bonität, S&P verschärft Blick auf Bayer

Rückstellungen setzen Bayer unter Druck, S&P senkt Ausblick für Kreditrating 18.09.2025, 15:16 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Rechtsrisiken belasten Bonität, S&P verschärft Blick auf Bayer: Rückstellungen setzen Bayer unter Druck, S&P senkt Ausblick für Kreditrating
© Symbolbild von Bayer
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BASF 50,67 EUR +0,10 % Lang & Schwarz
Bayer 35,87 EUR -0,01 % Lang & Schwarz
Corteva 66,85 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Zunehmende Risiken durch Rechtsstreitigkeiten

Bayer steht vor einer neuen Belastungswelle. Das Unternehmen hat seine Rückstellungen für mögliche Rechtsfolgen deutlich erhöht, insbesondere im Zusammenhang mit Glyphosat-Klagen in den USA. Auch laufende Verfahren wegen PCB tragen zur Unsicherheit bei. Gleichzeitig zeigt sich laut S&P eine Verschlechterung bei Cashflow und Verschuldungsgrad. Zwar rechnet Bayer mit einer Verbesserung des Verhältnisses von Schulden zu EBITDA im Zeitraum von 2024 bis 2025, doch bleibt das Rating derzeit unverändert, während der Ausblick nun negativ ist.

Liquiditätsdruck und Refinanzierungsrisiken nehmen zu

Die hohe Zahl an Rückstellungen wirkt sich direkt auf die Liquidität des Konzerns aus. Das erschwert nicht nur die Finanzplanung, sondern erhöht auch die Risiken im Hinblick auf zukünftige Refinanzierungen. Steigende Zinsen treffen ein Unternehmen mit hoher Schuldenlast besonders stark. Selbst bei positiven operativen Entwicklungen reicht das allein nicht aus, um die finanziellen Belastungen vollständig zu kompensieren. S&P signalisiert mit dem negativen Ausblick, dass eine Herabstufung des Ratings zwar nicht unmittelbar erfolgt, aber deutlich wahrscheinlicher wird.

Einordnung im Branchenumfeld

Bayer steht mit diesen Herausforderungen nicht allein. Auch andere Konzerne aus dem Agrarchemie- und Pharmasektor kämpfen mit ähnlichen Belastungen durch US-Klagen. Die Peergroup im DAX sowie internationale Wettbewerber wie BASF, Corteva oder Syngenta beobachten die Entwicklung aufmerksam. Während Teile des Bayer-Geschäfts wie Pharma und Crop Science besser abschneiden als erwartet, bleibt der Gesamtblick auf den Konzern von Rechtsrisiken dominiert. Die Aktie zeigt sich dennoch stabiler, was auf gewisse Erwartungen im Markt hindeutet.

Ausblick bleibt spekulativ

Ob es zu einer tatsächlichen Herabstufung des Ratings kommt, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Rechtsstreitigkeiten und der Fähigkeit zur operativen Stabilisierung ab. Gelingt es Bayer, durch Kostensenkungen und gezielten Schuldenabbau gegenzusteuern, könnte das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit zurückkehren. Dennoch bleibt offen, ob ein positiver Urteilsausgang in einem zentralen Fall ausreichen würde, um die Risiken dauerhaft zu entschärfen. Könnte ein einzelner Freispruch in einem Glyphosat-Prozess das Momentum drehen, oder braucht Bayer eine umfassendere Entlastung, um dauerhaft das Vertrauen der Ratingagenturen zurückzugewinnen?

Bn-Redaktion/jh
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